Android
Mobiles Datenvolumen unter Android sparen
Wenn das Datenvolumen auf dem Smartphone schneller schrumpft als gedacht, liegt das selten an einer einzelnen Einstellung. Meist verbrauchen ein paar Apps im Hintergrund oder beim Streamen besonders viel. Der wirksamste Weg, Daten zu sparen, beginnt mit einer Diagnose: Prüfen Sie, welche App wie viel verbraucht, und passen Sie dann gezielt die Einstellungen an. Der Datensparmodus von Android hilft, stoppt aber nicht alle Daten. Für große Verbraucher wie Videos, Downloads und Updates braucht es zusätzliche Einstellungen und einen Plan, wann Sie welche Inhalte über WLAN laden.
Datenverbrauch zuerst prüfen
Öffnen Sie die Datennutzungsanzeige Ihres Telefons, bevor Sie irgendetwas umstellen. Auf Google-Pixel-Geräten finden Sie den Weg über Einstellungen, Netzwerk & Internet, Internet, dann das Zahnrad neben Ihrem Mobilfunkanbieter und dort den Punkt App-Datennutzung. Bei Samsung heißt der Pfad Einstellungen, Verbindungen, Datennutzung, Mobile Datennutzung. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Herstelleroberfläche und Android-Version, daher hilft es, in den Einstellungen nach dem Suchbegriff Datennutzung zu suchen.
Schauen Sie in der Anzeige auf zwei Dinge: den Zeitraum und die größten Verbraucher. Der Zeitraum sollte zu Ihrem Abrechnungszyklus passen, also zum Beispiel vom 1. bis zum letzten Tag des Monats. Sortieren Sie die Liste nach Verbrauch und schauen Sie, welche Apps ganz oben stehen. Oft sind das Video-Streaming, soziale Netzwerke mit automatischer Wiedergabe oder Navigations-Apps. Wenn die Zahlen auf dem Telefon nicht exakt mit denen im Kundenkonto Ihres Anbieters übereinstimmen, ist das kein Grund zur Sorge. Die Zähler arbeiten unterschiedlich. Eine allgemeingültige Erklärung für kleine Abweichungen gibt es nicht.
Android bietet außerdem eine Datenwarnung und ein optionales Limit. Sie können einstellen, dass das Telefon Sie bei einer bestimmten Menge warnt oder mobile Daten bei Erreichen des Limits ganz abschaltet. Das Limit schützt vor weiterem Verbrauch, unterbricht aber auch alle Verbindungen, die auf mobile Daten angewiesen sind. Wer wichtige Nachrichten oder Anrufe über Messenger erwartet, sollte das Limit mit Bedacht setzen.
Datensparmodus aktivieren
Der Datensparmodus ist der einfachste Schutz, wenn das Volumen knapp wird. Er erlaubt den meisten Apps und Diensten, Hintergrunddaten nur noch über WLAN abzurufen. Aktuell verwendete Apps können weiterhin mobile Daten nutzen. Der Modus blockiert nicht jede Übertragung. Er begrenzt vor allem die Aktivität im Hintergrund.
Den Datensparmodus finden Sie in den Einstellungen unter Netzwerk & Internet oder Verbindungen, je nach Hersteller. Nach dem Aktivieren sollten Sie prüfen, ob wichtige Apps wie Messenger, E-Mail oder Navigation im Hintergrund noch so arbeiten, wie Sie es brauchen. Für einzelne Apps lässt sich eine Ausnahme setzen, der uneingeschränkte Datenzugriff. Das ist sinnvoll für Dienste, die auch im Hintergrund aktuell bleiben sollen, etwa einen Messenger, auf den Sie beruflich angewiesen sind. Alle anderen Apps bleiben dann im Sparmodus.
Videoqualität und Downloads anpassen
Videos sind einer der größten Datenverbraucher auf dem Smartphone. Höhere Bildqualität bedeutet mehr Daten, das gilt für YouTube ebenso wie für andere Streaming-Dienste. In den Videoqualitätseinstellungen von YouTube können Sie für Mobilfunknetze eine geringere Qualität oder den Datensparer wählen. Die verfügbaren Optionen hängen vom Video, vom Gerät und vom Format ab. Eine feste Ersparnis in Gigabyte lässt sich nicht beziffern. Sie hängt stark davon ab, was Sie ansehen und in welcher Qualität.
Auch automatische App-Updates verbrauchen Daten, wenn sie über Mobilfunk laufen. In den Einstellungen von Google Play können Sie festlegen, dass Updates nur über WLAN heruntergeladen werden. Eine Einschränkung gibt es dabei: Bestimmte kritische Sicherheitsupdates kann Google auch unabhängig von dieser Einstellung installieren. Die WLAN-Option ist also eine gute Datenplanung, aber keine absolute Garantie, dass nie ein Update über Mobilfunk kommt.
In sozialen Netzwerken lohnt sich ein Blick in die App-Einstellungen. Viele Apps bieten Optionen für automatische Videowiedergabe, Datenverbrauch oder Medienqualität. Die Menünamen und das Verhalten unterscheiden sich von App zu App und ändern sich mit Updates. Suchen Sie gezielt nach Autoplay oder Daten sparen, wenn Sie wissen wollen, ob Ihre bevorzugte App so etwas anbietet.
Offline-Inhalte über WLAN laden
Inhalte, die Sie unterwegs sicher brauchen, laden Sie am besten zu Hause oder an einem anderen geeigneten WLAN vorab. Google Maps erlaubt das Herunterladen von Kartenbereichen für die Offline-Nutzung. Wenn die komplette Route im gespeicherten Gebiet liegt, navigiert die App auch ohne Verbindung. Offline fehlen allerdings Verkehrsinformationen und alternative Routen, und nicht in allen Ländern oder Regionen sind Offline-Karten verfügbar.
Ähnlich funktioniert das bei Musik, Podcasts und Videos. Streaming-Dienste bieten Downloads für die Offline-Nutzung an, oft mit der Option, nur über WLAN herunterzuladen. Bei YouTube hängt die Verfügbarkeit von Offline-Downloads vom Land oder der Region ab und teilweise von YouTube Premium. Höhere Downloadqualität beansprucht mehr Daten und mehr Speicherplatz auf dem Gerät. Planen Sie also nicht nur das Datenvolumen, sondern auch den freien Speicher ein.
Hotspot und getaktetes WLAN kontrollieren
Der mobile Hotspot ist eine versteckte Verbrauchsquelle, die oft übersehen wird. Wenn Sie Ihr Smartphone als Hotspot nutzen, verbindet sich ein Laptop, Tablet oder ein anderes Gerät über Ihre Mobilfunkverbindung mit dem Internet. Jedes verbundene Gerät kann Daten übertragen, und das schlägt auf Ihr Datenvolumen. Schalten Sie den Hotspot nach Gebrauch aus, begrenzen Sie die Zahl der verbundenen Geräte und kontrollieren Sie den Verbrauch in der Datennutzungsanzeige.
Auch WLAN ist nicht automatisch unbegrenzt. In Hotels, an Bahnhöfen oder über einen anderen Hotspot kann ein WLAN-Netzwerk selbst ein Datenlimit haben. Android bietet ab Version 12 die Möglichkeit, ein WLAN-Netzwerk als getaktet zu kennzeichnen. Dann behandelt das Telefon dieses Netzwerk wie eine begrenzte Verbindung und kontrolliert, was Downloads und Apps darüber übertragen. Der Menüpfad für diese Einstellung unterscheidet sich je nach Gerät. Der Suchbegriff getaktetes WLAN führt Sie in den meisten Fällen zum Ziel.