Mehr Akkulaufzeit für Ihr Android-Smartphone
Wenn Ihr Android-Smartphone mittags schon fast leer ist, liegt das selten am Gerät selbst. Bildschirm, Funkmodule und Hintergrund-Apps verbrauchen den meisten Strom. Mit wenigen gezielten Einstellungen verlängern Sie die Akkulaufzeit deutlich, ohne auf wichtige Funktionen zu verzichten.
Den Bildschirmverbrauch senken
Der Bildschirm verbraucht je nach Gerät und Helligkeit einen erheblichen Teil der Akkuleistung. Wer die Helligkeit reduziert, spart Energie. Die automatische Helligkeitsregelung passt die Beleuchtung an die Umgebung an, stellt die Beleuchtung aber oft zu hell ein. Stellen Sie die Helligkeit lieber manuell auf einen Wert, der für Sie gerade noch angenehm ist, und senken Sie ihn bei Innenräumen weiter ab.
Auch die Bildschirm-Ausschaltzeit beeinflusst den Akkuverbrauch. Wenn das Display nach kurzer Zeit statt nach zwei Minuten ausgeht, spart das über den Tag verteilt eine Menge Energie. Sie finden diese Einstellung unter „Display" oder „Bildschirm" in den Systemeinstellungen. Eine kurze Ausschaltzeit ist für die meisten Nutzer ausreichend.
Zusätzlich hilft der dunkle Modus, sofern Ihr Gerät ein OLED- oder AMOLED-Display hat. Bei diesen Bildschirmen leuchten schwarze Pixel gar nicht, wodurch dunkle Oberflächen weniger Strom verbrauchen. Bei LCD-Displays bringt der dunkle Modus dagegen kaum etwas, da die Hintergrundbeleuchtung immer aktiv bleibt.
Funkmodule gezielt abschalten
WLAN, Bluetooth, GPS und mobile Daten suchen ständig nach Verbindungen und verbrauchen dabei Strom, auch wenn Sie sie gerade nicht nutzen. Die größten Einsparungen erzielen Sie, wenn Sie Funkmodule abschalten, die Sie nicht benötigen.
Bluetooth sollten Sie nur aktivieren, wenn Sie Kopfhörer, eine Smartwatch oder andere Geräte verbunden haben. Ansonsten bleibt das Modul unnötig aktiv und sucht in regelmäßigen Abständen nach Geräten in der Nähe. Gleiches gilt für NFC, die Nahfeldkommunikation für mobiles Bezahlen. Wenn Sie diese Funktion nicht täglich nutzen, schalten Sie sie ab.
GPS und Ortungsdienste sind etwas komplexer. Viele Apps fragen den Standort ab, auch wenn sie ihn gar nicht benötigen. Unter „Standort" in den Einstellungen können Sie festlegen, welche Apps überhaupt Zugriff erhalten. Wählen Sie bei Apps, die den Standort nicht zwingend brauchen, die Option „Nur während der Nutzung" oder verweigern Sie den Zugriff ganz. Die Standortbestimmung selbst sollten Sie nur dann komplett deaktivieren, wenn Sie keine navigationsbasierten Dienste verwenden, da viele Apps sonst nicht mehr richtig funktionieren.
Mobile Daten und WLAN lassen sich nicht pauschal abschalten, wenn Sie das Smartphone nutzen möchten. Aber Sie können verhindern, dass das Gerät ständig zwischen den Netzen wechselt. Wenn Sie zu Hause sind und WLAN nutzen, schalten Sie mobile Daten aus. Unterwegs gilt das Umgekehrte. Funktionen wie „WLAN intelligent aktivieren", die automatisch zwischen WLAN und Mobilfunk wechseln, verbrauchen zusätzlich Energie. Sie können sie deaktivieren.
Hintergrund-Apps unter Kontrolle bringen
Viele Apps arbeiten im Hintergrund weiter, laden Daten nach oder senden Benachrichtigungen, auch wenn Sie sie gerade nicht verwenden. Das kostet Akku, und manchmal sind es gerade die Apps, die Sie selten öffnen, die am meisten verbrauchen.
Um herauszufinden, welche Apps den Akku belasten, öffnen Sie die Einstellungen und gehen Sie zu „Akku" und dann zu „Akkuverbrauch". Dort sehen Sie eine Liste der Apps, sortiert nach ihrem Energieverbrauch, mit Angaben dazu, wie lange die App aktiv war und wie viel Akkukapazität sie verbraucht hat. Diese Übersicht zeigt Ihnen, wo das Problem liegt.
Bei Apps, die Sie selten nutzen, aber die im Hintergrund viel verbrauchen, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Sie können die App beenden, was aber nur kurzfristig hilft, da sie beim nächsten Öffnen wieder startet. Besser ist es, die Hintergrundaktivität einzuschränken. Unter Android finden Sie diese Option, indem Sie in den Einstellungen zur App-Detailseite gehen und dort „Akku" oder „Batterie" auswählen. Dort können Sie die Option „Hintergrundaktivität einschränken" oder „Optimieren" aktivieren. Die App funktioniert dann weiterhin, holt aber keine Daten mehr im Hintergrund, bis Sie sie öffnen.
Besonders Google-eigene Apps wie die Google-App selbst können im Hintergrund zu Akkufressern werden. Sie laden in Verbindung mit Chrome Daten nach, etwa für den Discover-Feed, und belasten so den Akku dauerhaft. Wenn Sie den Discover-Feed nicht nutzen, können Sie diese Funktion in der Google-App deaktivieren oder die Hintergrundaktivität der Google-App einschränken.
Energiesparmodus und Akku-Optimierung nutzen
Android bietet integrierte Funktionen, die den Akku automatisch schonen. Der Energiesparmodus reduziert die Leistung des Prozessors, schränkt die Hintergrundaktivität ein und senkt die Bildschirmhelligkeit. Sie finden ihn in den Akku-Einstellungen und können ihn entweder manuell aktivieren oder so einstellen, dass er sich bei einem bestimmten Akkustand automatisch einschaltet. Ein niedriger Schwellenwert ist sinnvoll, damit Sie in kritischen Situationen nicht ohne Strom dastehen.
Die adaptive Akku-Optimierung ist eine weitere Funktion. Sie lernt aus Ihrem Nutzungsverhalten, welche Apps Sie häufig und welche Sie selten verwenden, und schränkt die Hintergrundaktivität der selten genutzten Apps automatisch ein. Diese Funktion ist standardmäßig aktiviert, Sie können aber in den Akku-Einstellungen prüfen, ob sie bei Ihrem Gerät eingeschaltet ist.
Einige Hersteller bieten zusätzliche Energieverwaltungs-Apps an, etwa die Boost+ App von HTC. Solche Apps überwachen unregelmäßige Aktivitäten und helfen, Akkufresser zu identifizieren. Allerdings sind diese Apps nicht auf allen Geräten verfügbar und funktionieren nicht überall gleich. Die integrierten Android-Funktionen reichen in den meisten Fällen aus.
Push, Widgets und USB-Zubehör
Neben den großen Verbrauchern gibt es einige kleinere Stellschrauben, die zusammen genommen einen Unterschied machen. Push-Benachrichtigungen sind praktisch, aber jede Benachrichtigung weckt das Gerät kurz auf und verbraucht Energie. Wenn Sie Benachrichtigungen von Apps nicht benötigen, deaktivieren Sie sie in den App-Einstellungen oder im Benachrichtigungscenter.
Auch nicht verwendetes USB-Zubehör sollten Sie vom Telefon trennen. Ein angeschlossenes Kabel oder eine Verbindung zu einem Gerät, das Strom zieht, entlädt den Akku, auch wenn Sie das Telefon nicht aktiv nutzen.
Widgets auf dem Homescreen, die ständig aktualisiert werden, etwa Wetter- oder Nachrichten-Widgets, verbrauchen ebenfalls Energie. Wenn Sie solche Widgets nicht regelmäßig nutzen, entfernen Sie sie vom Homescreen. Sie können die Informationen bei Bedarf jederzeit durch Öffnen der App abrufen.