Akku sparen bei Android: Diese Funktionen abschalten
Wenn der Akku mittags schon schwach ist, schalten viele Bluetooth, WLAN und NFC ab – doch das bringt oft weniger als gedacht. Die Funkmodule moderner Android-Smartphones verbrauchen im Ruhezustand nur wenig Strom. Ein helles Display, laufende Hintergrund-Apps und vor allem schwacher Mobilfunkempfang kosten deutlich mehr Energie. Bei schwachem Empfang erhöht das Telefon die Sendeleistung.
Das Abschalten einzelner Funkfunktionen lohnt sich vor allem in konkreten Situationen: im Flugzeug, in Gebieten ohne Netz oder wenn Sie eine Funktion über Tage nicht nutzen. In allen anderen Fällen bringt die richtige Einstellung mehr als das ständige Umschalten.
Wann sich das Abschalten lohnt
Sagen wir es direkt: Ein einzelner Funkchip kostet im Ruhezustand so wenig Energie, dass Sie den Unterschied an der Akkuanzeige kaum sehen. Bluetooth Low Energy, das für Kopfhörer, Smartwatches und Fitnessarmbänder verwendet wird, ist genau dafür entwickelt worden, dauerhaft mit minimalem Strom zu laufen. Auch WLAN hält die Verbindung mit sehr wenig Strom aufrecht, solange das Gerät in der Nähe des Routers bleibt.
Trotzdem gibt es Situationen, in denen das Abschalten messbar hilft. Die wichtigste ist der Flugmodus in Gebieten ohne Empfang. Wenn Ihr Telefon kein Netz findet, erhöht es die Sendeleistung und sucht in kurzen Abständen erneut. Dieser Vorgang verbraucht deutlich mehr Strom als jede andere Funkverbindung. Im Flugzeug, im Keller mit Betonwänden oder auf einer Wanderung ohne Netz sollten Sie den Flugmodus aktivieren oder zumindest die mobilen Daten ausschalten.
Mobilfunk ist der größte Stromfresser
Der Mobilfunk ist unter den Funkverbindungen der einzige, bei dem das Abschalten wirklich spürbar ist. Das liegt an der Sendeleistung: Je schlechter der Empfang, desto mehr Strom braucht das Telefon, um die Verbindung zum nächsten Sendemast aufzubauen und zu halten. Bei einem Balken oder gar keinem Netz steigt der Verbrauch deutlich an.
Konkret heißt das: Wenn Sie sich längere Zeit in einem Gebiet mit schwachem Empfang aufhalten und gerade keine Anrufe oder Nachrichten erwarten, schalten Sie die mobilen Daten ab oder aktivieren Sie den Flugmodus. Das verhindert das ständige Suchen und spart mehr Akku als das Abschalten von Bluetooth und WLAN zusammen. Wenn Sie den Flugmodus nutzen, können Sie WLAN danach separat wieder einschalten, falls Sie im Flugzeug oder Hotel auf ein Netzwerk zugreifen möchten.
Bluetooth, WLAN und NFC anlassen
Bluetooth abzuschalten lohnt sich nur, wenn Sie über einen längeren Zeitraum keine Geräte verbinden. Über Nacht oder an einem Tag ohne Kopfhörer sparen Sie damit etwas Strom, aber der Effekt bleibt klein. Wenn Sie täglich eine Smartwatch oder kabellose Kopfhörer nutzen, lassen Sie Bluetooth besser an. Das ständige Ein- und Ausschalten kostet ebenfalls Energie, und die Verbindung muss sich jedes Mal neu aufbauen.
WLAN verbraucht im verbundenen Zustand weniger Strom als die mobile Datenverbindung. Solange Sie zu Hause oder im Büro ein stabiles Netz haben, ist WLAN die sparsamere Wahl. Das Abschalten von WLAN lohnt sich hauptsächlich dann, wenn Sie das Haus verlassen und das Telefon sonst ständig nach bekannten Netzwerken sucht. Android bietet dafür aber eine bequemere Lösung: In den WLAN-Einstellungen können Sie die Netzwerksuche deaktivieren, sodass das Telefon im Hintergrund keine offenen Netze mehr scannt.
NFC, die Funktechnik für kontaktloses Bezahlen, ist der geringste Stromverbraucher von allen. Sie ist ohnehin nur aktiv, wenn der Bildschirm entsperrt ist und Sie das Telefon an ein Lesegerät halten. NFC abzuschalten spart praktisch nichts. Wenn Sie mobiles Bezahlen nutzen, lassen Sie die Funktion einfach an.
GPS und Standortdienste einschränken
Der Standortchip selbst verbraucht kaum Strom, solange keine App ihn nutzt. Das Problem sind Apps, die im Hintergrund regelmäßig den Standort abfragen. Statt die Standortdienste komplett zu deaktivieren, sollten Sie die Berechtigung pro App einschränken. In den Einstellungen unter Standort oder Apps sehen Sie, welche Anwendungen kürzlich auf Ihren Standort zugegriffen haben. Setzen Sie Apps, die den Standort nicht dauerhaft brauchen, auf "Nur während der Nutzung" oder verweigern Sie den Zugriff ganz.
Das komplette Deaktivieren der Standortdienste spart zwar etwas Strom, kostet aber Funktionen wie die Ortung des Telefons bei Verlust oder die Navigation. Für die meisten Nutzer ist die Einschränkung der Berechtigungen der bessere Weg.
Einstellungen, die mehr bringen als Abschalten
Die größten Akkuposten liegen beim Display und bei Apps im Hintergrund. Die Funkchips spielen dagegen eine kleine Rolle. Diese Einstellungen haben einen deutlich größeren Effekt als das Abschalten einzelner Funkfunktionen:
- Stellen Sie die Bildschirmhelligkeit manuell auf einen Wert, der für Ihre Umgebung ausreicht. Die automatische Helligkeit regelt zwar bequem nach, verbraucht aber durch den Sensor und häufige Anpassungen zusätzlich Strom.
- Verkürzen Sie die Bildschirm-Ausschaltzeit. Ein Display, das nach der Nutzung sofort ausgeht, spart mehr als jede Funkabschaltung.
- Aktivieren Sie den Dunkelmodus, wenn Ihr Display OLED-Technik verwendet. Bei OLED-Bildschirmen leuchten schwarze Pixel gar nicht, was bei viel dunkler Darstellung den Verbrauch senkt.
- Nutzen Sie die adaptive Akkuoptimierung von Android. Sie lernt, welche Apps Sie selten verwenden, und begrenzt deren Hintergrundaktivität automatisch.
- Löschen Sie Apps, die Sie nicht mehr nutzen, und entfernen Sie alte Konten aus den Kontoeinstellungen. Jedes Konto, das sich im Hintergrund synchronisiert, verbraucht Daten und Strom.
- Schalten Sie Tastaturtöne und Vibrationsfeedback ab. Das ist ein kleiner Posten, summiert sich aber über den Tag.
Diese Maßnahmen funktionieren unabhängig von Ihrem Nutzungsverhalten und kosten keine Bequemlichkeit. Sie verlängern die Akkulaufzeit zuverlässiger.