Tarif & Vertrag
Handytarife vergleichen und wechseln
Wenn Ihr Handytarif zu teuer ist oder Ihr Datenvolumen nicht mehr reicht, prüfen Sie Ihren Verbrauch und die Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit. Achten Sie außerdem darauf, wie gut der Empfang an den Orten ist, an denen Sie Ihr Handy nutzen. Klären Sie frühzeitig, wann Sie kündigen und Ihre Rufnummer mitnehmen, damit der Wechsel klappt.
Datenbedarf und Netzabdeckung prüfen
Schauen Sie zuerst in den Einstellungen Ihres Handys oder im Kundenkonto nach, wie viel Datenvolumen Sie in den vergangenen Monaten verbraucht haben. Wählen Sie einen Tarif, der zu Ihrer Nutzung passt, und planen Sie zusätzliches Datenvolumen ein, wenn Ihr Verbrauch schwankt. Eine feste Grenze, ab der ein Tarif für alle als „normal“ oder „viel“ gilt, gibt es nicht.
Prüfen Sie auch, wie häufig Sie telefonieren und SMS versenden. Eine Allnet-Flat deckt Gespräche in deutsche Netze ab. Bei einem Tarif mit begrenzten Freiminuten zählen dagegen die Kosten für zusätzliche Anrufe und SMS. Wenn Sie im Ausland telefonieren oder Daten nutzen, kontrollieren Sie, welche Leistungen dort enthalten sind.
Das Mobilfunknetz sollte an den Orten funktionieren, an denen Sie Ihr Handy regelmäßig nutzen: zu Hause, bei der Arbeit und auf dem Arbeitsweg. Prüfen Sie die Netzabdeckung für diese Orte. Der Markenname eines Anbieters oder ein niedriger Preis sagt allein wenig über den Empfang an Ihrer Adresse aus.
Gesamtkosten vergleichen
Vergleichen Sie den beworbenen Monatspreis mit den Gesamtkosten über die gesamte Vertragslaufzeit. Dazu zählen einmalige Kosten. Berücksichtigen Sie auch Rabatte und spätere Preisstufen. Der Effektivpreis rechnet alle Kosten und Rabatte auf einen Monatsbetrag um und erleichtert den Vergleich. Prüfen Sie dabei, ob Anschlusskosten und Bedingungen für Boni berücksichtigt sind.
Achten Sie außerdem auf Datenvolumen und Geschwindigkeit. Prüfen Sie auch, ob die Geschwindigkeit sinkt, nachdem Sie das Inklusivvolumen verbraucht haben. In der Vertragszusammenfassung und im Produktinformationsblatt des Anbieters finden Sie wichtige Angaben zu Preisen, Leistungen, Laufzeit und Datenraten.
Ein Vertrag mit Smartphone ist nicht automatisch günstiger als ein Tarif ohne Gerät. Vergleichen Sie den gesamten Gerätepreis und die Tarifkosten getrennt. Wenn Sie ein bereits finanziertes Handy behalten, prüfen Sie auch, ob noch Raten offen sind.
Laufzeit und Kündigung prüfen
Die anfängliche Vertragslaufzeit darf höchstens 24 Monate betragen. Anbieter müssen außerdem eine Variante mit höchstens zwölf Monaten Laufzeit anbieten. Die Laufzeit Ihres Vertrags finden Sie in den Vertragsunterlagen oder im Kundenkonto.
Prüfen Sie auch die Kündigungsfrist für das Ende der Mindestlaufzeit. Sie richtet sich nach Ihrem Vertrag. Hat sich der Vertrag nach der Mindestlaufzeit automatisch verlängert, können Sie ihn mit einer Frist von einem Monat kündigen. Wenn Sie den Vertrag online abschließen konnten, muss der Anbieter grundsätzlich auch eine Möglichkeit zur Online-Kündigung anbieten. Dafür muss es einen Kündigungsbutton geben.
Beginnen Sie am besten etwa drei Monate vor dem Vertragsende mit der Planung. Das ist eine Empfehlung, keine gesetzliche Vorlaufzeit. So bleibt Zeit, die Frist zu prüfen und den Wechseltermin abzustimmen.
Rufnummernmitnahme beim Anbieterwechsel
Der neue Anbieter kann den Wechsel und die Rufnummernmitnahme koordinieren. Geben Sie bei der Bestellung an, dass Sie Ihre bisherige Nummer behalten möchten, und lassen Sie sich den Wechseltermin bestätigen. Ihr Name und Ihre Anschrift müssen mit den Angaben im alten Vertrag übereinstimmen. Das gilt auch für Ihr Geburtsdatum, damit der neue Anbieter Ihre Angaben abgleichen kann.
Die Rufnummernmitnahme ist kostenlos. Sie können Ihre Mobilfunknummer schon vor dem Ende des alten Vertrags übertragen lassen. Dadurch endet der alte Vertrag jedoch nicht: Bis zum vereinbarten Vertragsende müssen Sie ihn weiter bezahlen. Wenn Sie die Nummer erst nach Vertragsende mitnehmen möchten, besteht Ihr Anspruch mindestens bis einen Monat nach Vertragsende. Einzelne Anbieter räumen längere Fristen ein.
Verwechseln Sie die Rufnummernmitnahme deshalb nicht mit der Kündigung. Halten Sie fest, wann der alte Vertrag endet und ab wann der neue Tarif gilt. Wenn Sie selbst kündigen, bewahren Sie die Bestätigung auf. Alternativ können Sie den neuen Anbieter mit der Abstimmung der Kündigung beauftragen.
Wenn der Wechsel stockt
Beim Anbieterwechsel darf die Unterbrechung des Dienstes grundsätzlich nicht länger als einen Arbeitstag dauern. Die Rufnummer soll am vereinbarten Tag aktiviert werden, spätestens am folgenden Arbeitstag. Falls die Umstellung länger dauert oder die Nummer nicht funktioniert, wenden Sie sich zuerst an den neuen Anbieter und dokumentieren Sie die Störung sowie den Kontakt.
Für eine längere Unterbrechung oder eine verspätete Rufnummernmitnahme sieht das Gesetz unter bestimmten Voraussetzungen Entschädigungen vor. Ob Sie Anspruch auf eine Entschädigung haben, hängt vom konkreten Fall ab. Die Bundesnetzagentur kann bei Problemen weiterhelfen, setzt Geldansprüche aber grundsätzlich nicht selbst durch.