Android
Hilft „GPU-Rendering erzwingen“ bei Android-Spielen?
Wenn ein Android-Spiel ruckelt, können Sie „GPU-Rendering erzwingen“ testen. Die Entwickleroption sorgt dafür, dass bestimmte Apps für die 2D-Darstellung die Grafikeinheit (GPU) nutzen. Für moderne 3D-Spiele ist kein allgemeiner Anstieg der Bildrate belegt.
Bei älteren oder ungewöhnlich ruckelnden 2D-Spielen können Sie die Option ausprobieren. Bleibt die Darstellung unverändert oder treten Grafikfehler, mehr Wärme oder ein höherer Akkuverbrauch auf, schalten Sie sie wieder aus.
Was der Schalter verändert
Android nutzt standardmäßig die GPU, um die 2D-Darstellung moderner Apps zu beschleunigen. „GPU-Rendering erzwingen“ richtet sich vor allem an Apps, die dafür nicht selbst die GPU nutzen. Laut Android kann der zusätzliche Einsatz der GPU mehr Ressourcen verbrauchen.
Ein 3D-Spiel berechnet seine Grafik mit einer eigenen Technik. Der Schalter ändert weder die Schnittstelle, über die das Spiel mit der GPU kommuniziert, noch den Grafiktreiber. Er stellt das Spiel also nicht auf Vulkan um und macht die GPU nicht leistungsfähiger. Bei einem älteren 2D-Spiel kann die erzwungene Beschleunigung trotzdem etwas ändern, weil die App die Grafik dann anders zeichnet.
FPS steht für Bilder pro Sekunde und gibt an, wie viele Bilder das Spiel in einer Sekunde darstellt.
| Spielsituation | Was Sie erwarten sollten |
|---|---|
| Modernes 3D-Spiel mit FPS-Einbrüchen | Kein verlässlicher allgemeiner Gewinn durch diesen Schalter |
| Älteres oder einfaches 2D-Spiel | Ein Test kann sich lohnen; eine Verbesserung ist nicht garantiert |
| Grafikfehler nach dem Einschalten | Schalter deaktivieren und das Spiel erneut prüfen |
| Gerät wird beim Spielen heiß | Grafik oder Bildrate im Spiel senken und das Gerät abkühlen lassen |
Laut der offiziellen Android-Dokumentation bringt „GPU-Rendering erzwingen“ nicht allgemein mehr FPS. Gute Ergebnisse bei einem bestimmten Spiel oder Gerät zeigen daher nicht, dass der Schalter auch bei anderen Spielen hilft.
Entwickleroptionen öffnen
Die Menübezeichnungen unterscheiden sich je nach Hersteller und Android-Version. Auf vielen Geräten lässt sich das Menü der Entwickleroptionen so freischalten:
- Öffnen Sie Einstellungen und wählen Sie Über das Telefon oder Über das Tablet.
- Suchen Sie die Build-Nummer. Je nach Gerät finden Sie die Build-Nummer unter Softwareinformationen oder Android-Version.
- Tippen Sie siebenmal auf die Build-Nummer und bestätigen Sie die angezeigte Aufforderung.
- Gehen Sie zurück zu den Einstellungen und öffnen Sie Entwickleroptionen oder Entwicklereinstellungen.
- Suchen Sie nach GPU-Rendering erzwingen oder Force GPU rendering und schalten Sie nur diese Option ein.
Falls Sie die Einstellung nicht finden, suchen Sie in den Einstellungen danach. Manche Hersteller platzieren die Entwickleroptionen an anderer Stelle oder zeigen bestimmte Schalter nicht an.
Achten Sie darauf, keine ähnlich benannte Option einzuschalten. 4x MSAA glättet Kanten in bestimmten Apps, beschleunigt sie aber nicht allgemein. Hardware-Overlays deaktivieren hat eine andere Funktion: Overlays sind Ebenen, auf denen Android Inhalte anzeigt, und können den Rechenaufwand für die Anzeige verringern. Keine dieser Optionen ist dasselbe wie „GPU-Rendering erzwingen“.
GPU-Rendering im Spiel testen
Testen Sie dasselbe Spiel in möglichst ähnlichen Spielsituationen. Die Ergebnisse sind nicht vergleichbar, wenn das Gerät beim ersten Test kühl ist und beim zweiten schon länger belastet wurde. Lassen Sie die Grafik- und Bildrateneinstellungen unverändert und schalten Sie zuerst nur den GPU-Schalter um.
Spielen Sie einen Abschnitt zuerst ohne Änderung und anschließend noch einmal mit aktiviertem Schalter. Achten Sie auf Ruckler, sichtbare Darstellungsfehler, Wärme und Akkuverbrauch. Wenn Sie keinen klaren Vorteil bemerken oder das Spiel schlechter läuft, deaktivieren Sie die Option wieder.
Android bietet außerdem Profile GPU Rendering. Dieses Werkzeug zeigt als Balken, wie lange Android zum Zeichnen jedes Bildes braucht. Bei 60 Bildern pro Sekunde liegt der Richtwert bei 16,67 Millisekunden pro Bild. Das Werkzeug funktioniert nicht mit allen Spielen, darunter Apps, die das Android-NDK nutzen. Das NDK ist ein Werkzeugkasten für die Entwicklung von Android-Apps. Für die meisten Spieler ist es deshalb einfacher, die Leistung direkt im Spiel zu vergleichen.
Ruckler gezielter beheben
Wenn ein 3D-Spiel ruckelt, senken Sie zuerst die Grafikqualität oder die Bildrate in den Spieleinstellungen. So müssen Prozessor und GPU weniger leisten. Das hilft direkter als die erzwungene 2D-Beschleunigung.
Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Gerät einen eigenen Spielemodus anbietet. Je nach Hersteller und Spiel legt dieser Modus den Schwerpunkt auf Leistung oder Akkulaufzeit. Die verfügbaren Einstellungen unterscheiden sich von Gerät zu Gerät.
Wird das Smartphone bei längeren Spielsitzungen heiß, begrenzt Android möglicherweise die Leistung von Prozessor und GPU, um Temperatur und Stromverbrauch zu senken. Dafür senkt das Gerät den Takt der Bauteile, wodurch auch die Bildrate sinkt. Zusätzliche Belastung durch Grafikoptionen behebt das Problem nicht. Lassen Sie das Smartphone abkühlen und senken Sie bei Bedarf die Grafikqualität oder Bildrate.