Smartphone-Tarife: Das richtige Datenvolumen

Welches Datenvolumen Sie brauchen, hängt allein von Ihrem Verbrauch ab, nicht von der Werbung der Anbieter. Wer zu wenig bucht, zahlt später für Zusatzpakete oder wird gedrosselt. Ein zu großes Paket kostet dagegen jeden Monat unnötig Geld. Am zuverlässigsten zeigt die Verbrauchsanzeige des Smartphones, wie viele Gigabyte (GB) Sie in den letzten Monaten tatsächlich genutzt haben. GB ist die Einheit, mit der Mobilfunkanbieter das Datenvolumen messen. Ein Gigabyte reicht für etwa eine Stunde Videostreaming in Standardqualität oder für viele Stunden Surfen und Nachrichtendienste.

So prüfen Sie Ihren eigenen Verbrauch

Bei Android und iPhone finden Sie die Verbrauchsanzeige an unterschiedlichen Stellen; sie zeigt aber dasselbe an. Auf einem iPhone öffnen Sie die Einstellungen, tippen auf "Mobiles Netz" und scrollen zum Abschnitt "Mobiles Datenvolumen". Dort listet das Gerät den Verbrauch des aktuellen Abrechnungszeitraums auf, oft getrennt nach aktueller und vorheriger Periode. Bei Android-Geräten finden Sie die Anzeige je nach Hersteller unter "Verbindungen", "Netzwerk" oder direkt in den Einstellungen unter "Datennutzung". Viele Android-Versionen zeigen zusätzlich eine Grafik mit dem Verbrauch pro App.

Schauen Sie sich mehrere Monate an, nicht nur den aktuellen. Der Verbrauch schwankt: Im Urlaub mit Navigation und dem Hochladen von Fotos brauchen Sie mehr, im Alltag mit viel WLAN zu Hause und im Büro weniger. Wer nur den letzten Monat anschaut, wählt leicht ein zu kleines oder zu großes Paket. Notieren Sie sich die Werte der letzten drei bis sechs Monate und nehmen Sie den höchsten Wert als Grundlage, nicht den Durchschnitt. Dazu addieren Sie einen Puffer, damit Sie in einem starken Monat nicht sofort an die Grenze stoßen.

Was Ihr Datenvolumen wirklich verbraucht

Die größten Datenfresser sind Videostreaming, Musikstreaming, Navigation und Videoanrufe. Ein einzelner Film in HD-Qualität über das Mobilfunknetz verbraucht je nach Anbieter und Auflösung grob zwei bis drei Gigabyte pro Stunde. In Standardqualität sinkt der Wert auf etwa ein Gigabyte pro Stunde. Musikstreaming verbraucht je nach gewählter Klangqualität deutlich weniger als Videostreaming. Navigation mit einer Karten-App verbraucht wenig, solange die Karten heruntergeladen sind. Ohne Offline-Karten kommen pro Stunde Fahrt einige zehn Megabyte zusammen. Videoanrufe über Messenger-Dienste liegen ähnlich wie Videostreaming, also etwa ein bis zwei Gigabyte pro Stunde.

Die meisten Alltagsanwendungen sind überraschend sparsam. Nachrichtendienste wie WhatsApp oder Telegram verbrauchen pro Tag nur wenige Megabyte, solange Sie keine Videos und Fotos in Originalqualität empfangen. Surfen im Web kostet je nach Seite zwischen einem und fünf Megabyte pro Aufruf. Soziale Netzwerke liegen dazwischen: Scrollen durch den Feed ist günstig, das automatische Abspielen von Videos treibt den Verbrauch deutlich nach oben. Wer in den Einstellungen der Apps die automatische Videowiedergabe ausschaltet, spart spürbar Daten, ohne auf Inhalte verzichten zu müssen.

Welches Profil passt zu Ihnen

Aus dem Verbrauch ergeben sich drei grobe Profile, an denen Sie sich orientieren können. Ein leichter Nutzer, der hauptsächlich Nachrichten schreibt, kurz surft und gelegentlich Musik hört, kommt mit fünf bis zehn Gigabyte im Monat aus. Dazu zählen auch Menschen, die viel Zeit in WLAN-Netzen verbringen und das Mobilfunknetz nur unterwegs nutzen. Wer täglich eine halbe bis ganze Stunde Videos schaut, regelmäßig navigiert und soziale Netzwerke nutzt, zählt zu den mittleren Nutzern und braucht mehr Volumen. Wer täglich mehrere Stunden streamt, Videos hochlädt oder viel unterwegs arbeitet, ist ein schwerer Nutzer und braucht noch mehr.

Diese Einordnung ist nur eine grobe Orientierung, keine feste Regel. Entscheidend bleibt Ihr gemessener Verbrauch aus dem ersten Abschnitt. Wenn Sie zwischen zwei Tarifgrößen schwanken, wählen Sie die größere, sofern der Aufpreis gering ist. Umgekehrt lohnt sich ein teures 100-Gigabyte-Paket nur, wenn Ihr gemessener Verbrauch tatsächlich in diese Richtung geht.

Worauf Sie beim Tarif noch achten sollten

Das Datenvolumen ist nicht das einzige Kriterium. Viele Tarife drosseln die Geschwindigkeit nach Verbrauch des Volumens auf ein langsames Niveau, statt die Verbindung zu sperren. Surfen und Nachrichtendienste funktionieren dann meist noch, Videostreaming wird unbrauchbar. Prüfen Sie vor dem Abschluss, ob der Tarif eine solche Drosselung vorsieht und wie schnell es danach noch geht. Manche Anbieter verkaufen Tarife mit unbegrenztem Volumen, die dafür eine feste Geschwindigkeitsgrenze haben. Für Nutzer mit sehr hohem Verbrauch kann das die günstigere Alternative sein, auch wenn die maximale Geschwindigkeit niedriger liegt als bei einem kleineren, schnelleren Paket.

Achten Sie außerdem auf die Nutzung im EU-Ausland. Seit der EU-Roaming-Verordnung gilt Ihr Inlandsvolumen in den meisten europäischen Ländern ohne Aufpreis, aber nicht überall und nicht unbegrenzt. Anbieter dürfen eine sogenannte Fair-Use-Grenze festlegen, ab der sie die Geschwindigkeit reduzieren. Wer regelmäßig außerhalb der EU reist, etwa in die Schweiz oder nach Großbritannien, sollte prüfen, ob der Tarif dort gültig ist oder ob Zusatzkosten anfallen. Einige Anbieter werben gezielt mit günstiger Datennutzung im Ausland, andere verlangen für Nicht-EU-Länder deutlich höhere Preise pro Gigabyte.