Prepaid-Tarife für Kinder: Tipps für Eltern
Wenn das Kind das erste eigene Handy bekommt, müssen Eltern auch einen Tarif wählen. Mehr als 1.000 Eltern gaben in einem Test von Handy-Kinder.de an, dass der Tarif genauso wichtig ist wie das Gerät selbst.
Bei Prepaid-Tarifen laden Sie vorab Guthaben auf, das das Kind aufbraucht. Es gibt keine monatliche Rechnung und keine Vertragsbindung, und Sie bestimmen selbst, wie hoch das Guthaben ist. So lernt das Kind, mit einem begrenzten Budget umzugehen.
Warum Prepaid für Kinder passt
Ein Prepaid-Tarif schützt vor Kostenfallen, die bei Verträgen lauern. Ohne feste monatliche Gebühr gibt es keinen Rechnungsschock und keine Mindestvertragslaufzeit, an die Sie gebunden sind. Wenn das Kind älter wird und mehr Daten braucht, wechseln Sie einfach den Tarif oder den Anbieter.
Dazu kommt der pädagogische Effekt: Das Kind sieht, wie das Guthaben schrumpft, und lernt, Anrufe, Nachrichten und Datenverbrauch selbst einzuschätzen. Viele Anbieter bieten spezielle Kindertarife an, bei denen Sie zusätzliche Schutzfunktionen freischalten können. Diese Tarife kosten meist etwas mehr als einfache Prepaid-Angebote, passen dafür aber besser zu Kindern.
Kostenkontrolle: Das Guthaben begrenzt das Risiko
Legen Sie fest, wie viel Guthaben Sie pro Woche oder Monat freigeben, und laden Sie nur diesen Betrag auf. Wenn das Guthaben aufgebraucht ist, kann das Kind nicht mehr telefonieren oder surfen, bis Sie nachladen. So bleibt die monatliche Belastung planbar.
Beachten Sie zwei Punkte, die das Guthaben schneller aufbrauchen, als viele Eltern erwarten. Erstens verbrauchen Apps im Hintergrund Daten, auch wenn das Kind gerade nicht aktiv surft. Zweitens kosten Anrufe zu Sonderrufnummern, etwa zu Auskunftsdiensten oder kostenpflichtigen Spielhotlines, oft deutlich mehr als normale Gespräche. Fragen Sie beim Anbieter nach, ob Sie solche Nummern für die SIM-Karte Ihres Kindes sperren lassen können. Viele Anbieter bieten diese Sperre kostenlos an.
Erreichbarkeit: Notrufe funktionieren immer
Viele glauben, ein Handy ohne Guthaben sei komplett nutzlos. Das stimmt nicht. Die Notrufnummern sind in Deutschland immer erreichbar, auch wenn das Guthaben auf null ist. Ihr Kind kann also in einer Notsituation jederzeit Hilfe rufen.
Für normale Anrufe und Nachrichten gilt: Ohne Guthaben keine Verbindung. Wenn Sie sicherstellen wollen, dass Ihr Kind Sie jederzeit erreichen kann, prüfen Sie, ob der Anbieter eine Guthabenreserve oder einen Notfallkredit anbietet. Manche Anbieter lassen ein kleines Minus zu, das beim nächsten Aufladen verrechnet wird. Stellen Sie diese Funktion bewusst ein, damit keine unbegrenzten Schulden entstehen.
Aufladung: Einfach und ohne Abo-Falle
Das Aufladen funktioniert bei allen Anbietern über Aufladekarten im Handel, per App oder über das Online-Portal. Sie können auch eine automatische Aufladung einrichten, die das Guthaben nachlädt, sobald es unter einen bestimmten Mindestbetrag fällt. Für Kinder empfiehlt sich diese Automatik nicht, weil sie die Kostenkontrolle aushebelt. Laden Sie stattdessen manuell auf, wenn das Kind Sie darum bittet, und besprechen Sie dabei, wofür das Geld verwendet wurde.
Achten Sie außerdem darauf, wie lange das Guthaben gültig bleibt. Prepaid-Guthaben verfällt bei vielen Anbietern, wenn Sie längere Zeit nicht aufladen. Die Fristen liegen meist zwischen sechs und zwölf Monaten. Wenn Ihr Kind das Handy nur selten nutzt, kann das Guthaben verfallen, bevor es aufgebraucht ist. Prüfen Sie die Bedingungen des Anbieters und wählen Sie notfalls einen Tarif mit langer Guthaben-Gültigkeit.
Sperrregeln: Schutz vor ungewollten Kosten
Neben der Sperre für Sonderrufnummern gibt es weitere Schutzfunktionen, die Sie aktivieren sollten. Viele Anbieter erlauben es, Datenverbindungen komplett zu sperren oder ein monatliches Datenlimit festzulegen. Das verhindert, dass das Kind versehentlich große Datenmengen verbraucht, etwa beim Streamen von Videos.
Auch der Verlust des Handys sollten Sie bedenken. Fragen Sie den Anbieter, wie Sie die SIM-Karte im Schadensfall sofort sperren lassen. Bei den meisten Anbietern ist die Sperrnummer rund um die Uhr erreichbar. Speichern Sie diese Nummer am besten selbst im eigenen Handy, damit Sie sie im Ernstfall parat haben.
Die richtige Tarifwahl treffen
Vergleichen Sie die Angebote nicht nur nach dem Preis, sondern nach den Funktionen, die für Kinder wichtig sind. Wichtig sind die Kosten pro Minute und pro SMS, das Datenvolumen und ob Sie Schutzfunktionen wie Nummernsperren und Datenlimits selbst einstellen können. Ein günstiger Basistarif ohne diese Optionen spart vielleicht ein paar Euro, kann aber teuer werden, wenn das Kind versehentlich eine kostenpflichtige Nummer wählt.
Prüfen Sie auch, ob das Netz an den Orten gut ist, an denen sich Ihr Kind aufhält, also zu Hause, in der Schule und auf dem Weg dorthin. Ein günstiger Tarif in einem Netz mit schlechter Abdeckung nutzt wenig, wenn das Kind unterwegs keinen Empfang hat. Die meisten Anbieter bieten auf ihrer Website eine Netzabdeckungskarte an, auf der Sie die Region prüfen können.