Prepaid-Guthaben leer: Was funktioniert noch?
Bei einem Prepaid-Tarif zahlen Sie im Voraus: Das Guthaben auf der SIM-Karte deckt Anrufe, SMS und mobiles Internet. Sinkt es auf null, empfangen Sie weiterhin Anrufe und SMS, und Notrufnummern funktionieren immer.
Gesperrt sind nur kostenpflichtige Leistungen, die Sie selbst starten, also ausgehende Anrufe, ausgehende SMS und mobiles Internet. Sobald Sie aufladen, sind sie wieder freigeschaltet.
Das funktioniert ohne Guthaben
Empfangen kostet nichts, deshalb funktionieren eingehende Anrufe und SMS auch bei leerem Guthaben. Der Anrufer bezahlt das Gespräch, und der Absender einer SMS bezahlt die Nachricht. Das gilt auch im EU-Ausland: Eingehende Anrufe sind dort dank der Roaming-Regeln kostenlos und kommen weiterhin durch.
Notrufe sind gesetzlich abgesichert. Ohne Guthaben erreichen Sie die Notrufnummern, auch wenn die SIM-Karte schon länger inaktiv ist. In Deutschland funktioniert der Notruf sogar ohne eingelegte SIM-Karte, solange ein Netz verfügbar ist.
Bereits bezahlte Leistungen bleiben aktiv. Ein gebuchtes Datenpaket, das noch nicht abgelaufen ist, können Sie bis zum Ende des Zeitraums weiter nutzen, auch wenn das Hauptguthaben auf null steht.
Auch WLAN-Anrufe (WiFi Calling) sind eine Option, wenn Ihr Handy das unterstützt und Sie die Funktion aktiviert haben. Eingehende Anrufe kommen über das WLAN-Netz an, ohne dass Guthaben abgezogen wird. Ausgehende WLAN-Anrufe werden dagegen wie normale Anrufe berechnet und ohne Guthaben gesperrt.
Ob Sie mit leerem Guthaben kostenlose Servicenummern (0800) erreichen, hängt vom Anbieter ab. Einige Anbieter lassen diese Anrufe zu, andere sperren alle ausgehenden Verbindungen. Prüfen Sie das am besten, solange Sie noch Guthaben haben.
Das ist gesperrt
Ausgehende Anrufe und SMS sind ohne Guthaben nicht möglich. Beim Telefonieren hören Sie in der Regel eine Ansage, dass das Guthaben nicht ausreicht; danach endet die Verbindung. SMS und MMS lassen sich nicht abschicken; die Nachricht wird nicht zugestellt und auf dem Handy erscheint eine Fehlermeldung.
Mobiles Internet ist ebenfalls gesperrt, sobald das Guthaben auf null ist. Apps, die eine Verbindung brauchen, funktionieren dann nur noch über WLAN. Das gilt auch für die App Ihres Anbieters: Über WLAN können Sie dort den Kontostand prüfen und aufladen. Über das Mobilfunknetz ist das nicht möglich.
Im Ausland gelten strengere Regeln. Ausgehende Anrufe, SMS und mobile Daten sind ohne Guthaben gesperrt. Eingehende Anrufe kommen im EU-Ausland weiterhin durch, weil sie kostenlos sind. Außerhalb der EU kann das anders sein. Dort sollten Sie vor der Reise aufladen.
Warnsignale für leeres Guthaben
Die meisten Anbieter melden sich, bevor das Guthaben aufgebraucht ist. Sie schicken eine SMS oder eine Push-Nachricht in der App, sobald der Kontostand einen bestimmten Betrag unterschreitet. Sehen Sie eine solche Meldung, sollten Sie aufladen, bevor der nächste Anruf abgewiesen wird.
Hören Sie beim Telefonieren eine Ansage, dass Ihr Guthaben nicht ausreicht, ist der Kontostand bereits bei null. Auch in der App oder im Kundenportal sehen Sie den genauen Stand jederzeit.
Wenn Sie ein Datenpaket gebucht haben, bekommen Sie zusätzlich eine Meldung, wenn das Datenvolumen zur Neige geht. Die Meldung betrifft das Paket, nicht das Guthaben, ist aber ein guter Anlass, beides zu prüfen.
So laden Sie Guthaben auf
Am schnellsten laden Sie über die App oder die Website Ihres Anbieters auf. Dort zahlen Sie mit Kreditkarte, PayPal oder Lastschrift. Das Guthaben ist dann in der Regel sofort verfügbar. Einige Anbieter verlangen, dass Sie einmalig eine Zahlungsart hinterlegen.
Per Banküberweisung funktioniert das Aufladen ebenfalls, dauert aber ein bis zwei Werktage, bis das Geld auf der SIM-Karte ist. Die Kontodaten für die Überweisung finden Sie in der App oder im Kundenportal. Geben Sie den richtigen Verwendungszweck an, sonst kann der Anbieter das Geld nicht zuordnen.
Wenn Sie bar zahlen möchten, kaufen Sie eine Aufladekarte im Kiosk, an der Tankstelle oder im Supermarkt. Auf der Karte steht ein Code, den Sie in der App oder per Kurzwahl eingeben. Bei vielen Geschäften können Sie auch direkt an der Kasse aufladen lassen; der Betrag wird dann sofort gebucht.
Bei der automatischen Aufladung füllen viele Anbieter das Guthaben selbstständig wieder auf, sobald es einen Mindestbetrag unterschreitet. Den Betrag ziehen sie von Ihrer hinterlegten Zahlungsart ab. Damit läuft das Konto nie unerwartet leer.
Einige Anbieter erlauben, ins Minus zu gehen. Sie können dann weiter telefonieren, und der fehlende Betrag wird beim nächsten Aufladen abgezogen. Ob Ihr Anbieter diese Toleranz anbietet und ob Sie sie erst aktivieren müssen, steht in den Tarifdetails oder in der App.
So bleibt das Guthaben im Plus
Wenn Sie die automatische Aufladung nicht nutzen möchten, sollten Sie den Kontostand regelmäßig prüfen, zum Beispiel einmal pro Woche in der App. Das dauert weniger als eine Minute und verhindert, dass ein Anruf mitten im Gespräch abbricht.
Beachten Sie auch die Gültigkeit der SIM-Karte. Prepaid-Karten werden deaktiviert, wenn Sie längere Zeit nicht aufladen. Bei den meisten Anbietern beträgt diese Frist zwölf Monate, danach verlieren Sie unter Umständen die Rufnummer. Eine kleine Aufladung reicht, um die Frist neu zu starten.
Vor Reisen ins Ausland sollten Sie bewusst aufladen, auch wenn der Kontostand noch nicht leer ist. Im EU-Ausland gelten zwar die gleichen Preise wie in Deutschland. Fällt das Guthaben unterwegs auf null, sind ausgehende Anrufe und mobiles Internet sofort gesperrt.