Prepaid-Guthaben aufladen: Diese Möglichkeiten gibt es
Bei einem Prepaid-Tarif zahlen Sie nicht monatlich per Rechnung, sondern laden vorab Guthaben auf Ihr Mobilfunkkonto. Erst nach dem Aufladen können Sie telefonieren, simsen oder mobil surfen. Sie haben mehrere Möglichkeiten zum Aufladen: per App oder Online-Portal, mit einem Gutschein aus dem Handel, automatisch per Bankeinzug oder seltener per Überweisung. Welche Methode am besten passt, hängt davon ab, wie Sie bezahlen möchten und wie viel Kontrolle Sie über Ihre Ausgaben behalten wollen.
Aufladen per App und Online-Portal
Die meisten Anbieter haben eine eigene App oder ein Kundenportal im Internet. Dort loggen Sie sich ein, wählen den gewünschten Betrag aus und bezahlen mit Kreditkarte, PayPal oder per Sofortüberweisung. Das Guthaben ist meist innerhalb weniger Minuten auf Ihrem Konto, oft sogar sofort.
Der Vorteil: Sie können jederzeit aufladen, auch nachts oder am Wochenende, ohne ein Geschäft aufsuchen zu müssen. Sie sehen in der App außerdem sofort Ihren aktuellen Kontostand, Ihren Verbrauch und gegebenenfalls das Ablaufdatum des Guthabens. So planen Sie besser, wenn Ihr Guthaben zur Neige geht.
Ein Nachteil ist, dass Sie für die Online-Zahlung eine passende Zahlungsmöglichkeit brauchen. Wer kein Bankkonto oder keine Kreditkarte hat, kann diese Methode nicht nutzen. Außerdem müssen Sie darauf vertrauen, dass die Eingabe Ihrer Zahlungsdaten in der App oder auf der Website sicher abläuft. In der Praxis ist das bei den großen Anbietern üblich, aber Sie sollten trotzdem darauf achten, dass Sie die offizielle App installieren und verdächtige Links meiden.
Diese Methode eignet sich für alle, die ihr Smartphone regelmäßig nutzen, ein Bankkonto oder eine Kreditkarte besitzen und Wert auf Flexibilität legen. Wer ohnehin ständig online ist, lädt damit am schnellsten und einfachsten neues Guthaben auf.
Gutscheine kaufen und einlösen
Der klassische Weg ist der Aufladegutschein. Sie kaufen ihn an Tankstellen, Kiosken, in Supermärkten oder Elektronikmärkten und bezahlen dort bar oder mit Karte. Auf dem Gutschein oder dem Kassenbon steht ein Code, den Sie anschließend per SMS, in der App oder über die Website des Anbieters einlösen.
Der größte Vorteil ist die Anonymität und die Barzahlung. Wer kein Bankkonto hat oder einfach nicht möchte, dass seine Zahlungsdaten beim Mobilfunkanbieter gespeichert werden, bleibt hier anonym. Sie zahlen nur das, was Sie tatsächlich aufladen, und niemand kann Ihre Bankbewegungen mit Ihrem Telefonverhalten verknüpfen.
Der Nachteil ist, dass Sie dafür ein Geschäft aufsuchen müssen. Das Aufladen ist also an Öffnungszeiten gebunden, und Sie müssen den Weg dorthin einplanen. Hinzu kommt das Problem des Restguthabens: Wenn Sie mit einem Gutschein aufladen, Ihr Konto aber noch ein Restguthaben enthält, bleibt dieses ungenutzt, bis Sie wieder aufladen. Bei kleinen Aufladebeträgen lohnt sich das weniger, und manche Anbieter verlangen einen Mindestaufladebetrag.
Gutscheine sind ideal für Menschen, die anonym bleiben wollen, kein Bankkonto haben oder sich strikt an ein monatliches Budget halten möchten. Auch wer gerne bar zahlt oder jemandem ein Geschenk machen will, kommt mit diesem Weg gut zurecht.
Automatisch per Bankeinzug aufladen
Einige Anbieter bieten eine automatische Aufladung an. Sie legen einmalig einen Grenzwert für das Restguthaben fest und einen Betrag, der dann automatisch per Lastschrift oder Kreditkarte aufgeladen wird. Das Guthaben wird also ohne Ihr Zutun wieder aufgestockt, sobald es zur Neige geht.
Der Vorteil: Sie müssen nie wieder an das Aufladen denken. Ihr Anschluss ist praktisch immer nutzbar, weil das Guthaben niemals vollständig aufgebraucht ist. Das ist besonders praktisch für Menschen, die das Telefon beruflich nutzen, häufig mit geringem Guthaben unterwegs sind oder einfach vergesslich sind.
Der Nachteil ist die fehlende Kontrolle. Der Anbieter bucht automatisch Geld von Ihrem Konto ab, ohne dass Sie jeden Betrag einzeln freigeben. Wenn Sie Ihr Ausgabeverhalten im Blick behalten wollen, ist die automatische Aufladung eher ungünstig, weil sie sich leicht zur Gewohnheit entwickelt und Sie am Monatsende weniger Überblick haben. Außerdem müssen Sie sicherstellen, dass Ihr Konto gedeckt ist, sonst kommt es zu Rückbuchungsgebühren bei der Bank.
Diese Methode passt zu Menschen, die eine zuverlässige Erreichbarkeit brauchen und bereit sind, sich um einmalige Einrichtung zu kümmern. Sie eignet sich weniger für Sparfüchse oder alle, die jeden Euro während des Monats kontrollieren möchten.
Weitere Wege: Überweisung, SMS und Automaten
Neben den drei Hauptwegen gibt es noch einige weniger verbreitete Methoden. Manche Anbieter akzeptieren eine ganz normale Überweisung auf ein spezielles Konto, das Sie Ihrem Guthaben zuordnen. Das dauert in der Regel einen bis zwei Bankarbeitstage und eignet sich vor allem für Menschen, die online keine Kartenzahlung nutzen möchten, aber ein Bankkonto haben.
Einige ältere Tarife erlauben das Aufladen per SMS, bei dem Sie eine kurze Nachricht an eine kostenpflichtige Nummer schicken und der Betrag auf der Rechnung Ihres Handyvertrags landet. Diese Methode ist selten geworden und inzwischen bei den meisten Anbietern abgeschafft, weil sie teuer und umständlich ist. In einigen Ländern gibt es außerdem Aufladeautomaten in Einkaufszentren oder Bahnhöfen, an denen Sie mit Bargeld oder Karte Guthaben erwerben. In Deutschland sind diese Geräte kaum noch zu finden.
Die SMS-Aufladung hat den Nachteil, dass Sie für die SMS selbst bezahlen müssen, was den aufgeladenen Betrag leicht verringert. Die Überweisung ist dagegen sicher, aber langsam und nicht für spontane Aufladungen geeignet. Beide Wege sind also eher Notlösungen für spezielle Situationen, etwa wenn das Online-Portal des Anbieters gerade nicht funktioniert oder Sie unterwegs keine andere Möglichkeit haben.
Welche Methode passt zu Ihnen?
Die Entscheidung hängt von drei Fragen ab: Wie bezahlen Sie? Wie viel Kontrolle wollen Sie? Und wie oft sind Sie unterwegs?
Wenn Sie ein Bankkonto oder eine Kreditkarte haben und spontan aufladen möchten, ist die App oder das Online-Portal die schnellste und komfortabelste Lösung. Sie sehen Ihren Kontostand jederzeit und können auch kleine Beträge nachladen, ohne ein Geschäft aufsuchen zu müssen. Wer anonym bleiben oder bar zahlen möchte, greift zum Gutschein. Das kostet zwar den Weg zum Kiosk, schützt aber Ihre Bankdaten und Ihre Ausgaben vor dem Anbieter. Wer nie wieder ans Aufladen denken will, richtet den Bankeinzug ein und nimmt dafür in Kauf, dass das Geld automatisch abfließt.
Eine Kombination ist ebenfalls möglich: Sie können den Bankeinzug für den Alltag nutzen und dennoch gelegentlich Gutscheine einlösen, wenn Sie das Budget anderweitig verwenden möchten. Wichtig ist nur, dass Sie wissen, welche Methode Ihr Anbieter überhaupt unterstützt und ob dafür Mindestaufladebeträge gelten. Diese Angaben finden Sie in den Tarifinformationen oder in der App, bevor Sie sich binden.