NFC unter Android im Alltag nutzen

NFC (Near Field Communication) überträgt Daten über wenige Zentimeter. Auf Android-Smartphones sitzt der Chip in fast jedem Mittelklasse- und Oberklassegerät. Damit bezahlen Sie zuverlässig kontaktlos.

Daneben koppeln Sie Geräte, lesen Tags aus und speichern Tickets. Die Technik hat Grenzen bei Reichweite, Geschwindigkeit und Kompatibilität, die Sie vor der Nutzung kennen sollten.

Bezahlen, Tags und Gerätekopplung mit NFC

Am häufigsten nutzen Sie NFC auf Android zum Bezahlen mit Google Pay. Sie hinterlegen eine Kredit- oder Debitkarte in der Google-Pay-App, entsperren das Handy und halten es an ein Kartenlesegerät mit dem Kontaktlos-Symbol. Das funktioniert in Supermärkten, Restaurants und beim Ticketkauf, solange der Händler kontaktloses Bezahlen akzeptiert. Viele Banken unterstützen Google Pay inzwischen direkt, manche bieten zusätzlich eigene Bezahl-Apps an, die ebenfalls auf NFC setzen.

Ein zweiter praktischer Einsatz sind NFC-Tags. Das sind kleine, passive Chips ohne eigene Stromversorgung, die Sie für wenige Euro kaufen und mit dem Handy beschreiben können. Ein Tag an der Haustür kann das WLAN einschalten, einer im Auto den Bluetooth-Modus für die Freisprecheinrichtung aktivieren, einer am Schreibtisch das Handy auf lautlos stellen. Sie programmieren den Tag einmal mit einer App, danach löst das Auflegen des Handys die gewünschte Aktion aus.

NFC koppelt auch Geräte. Ältere Android-Versionen konnten per Android Beam Dateien zwischen zwei Handys übertragen. Google hat diese Funktion aber eingestellt und durch Nearby Share ersetzt. Nearby Share ist nicht auf NFC angewiesen. Was bleibt, ist das schnelle Verbinden mit Bluetooth-Lautsprechern oder Kopfhörern: Sie halten das Handy an das NFC-Feld des Geräts, und die Kopplung startet automatisch. In öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen einige Verkehrsverbünde NFC für digitale Tickets, die Sie direkt im Handy vorzeigen oder auf ein Lesegerät halten.

Welche Grenzen NFC mit sich bringt

Die Reichweite von NFC ist absichtlich klein. Sie müssen das Handy in der Regel näher als vier Zentimeter an das Lesegerät oder den Tag halten. Das ist ein Sicherheitsvorteil, weil ein Angreifer die Daten nicht aus der Ferne abgreifen kann, aber es bedeutet auch, dass Sie das Handy präzise positionieren müssen. Bei manchen Terminals dauert es einen Moment, bis das Gerät das Signal erkennt, besonders wenn eine dicke Hülle oder ein Magnet zwischen Handy und Leser liegt.

Die Datenübertragung ist langsam. NFC schafft je nach Ausbaustufe höchstens einige hundert Kilobit pro Sekunde. Das reicht für Zahlungsdaten, kleine Textinhalte oder eine WLAN-Konfiguration, aber nicht für Fotos, Videos oder Musik. Wer große Dateien zwischen Geräten übertragen will, nutzt besser WLAN Direct oder Nearby Share.

Beim Bezahlen verschlüsselt der Zahlungsdienst die Daten. Die Kartendaten werden nicht im Klartext übertragen, sondern durch einen einmaligen Transaktionscode ersetzt. Bei NFC-Tags sieht das anders aus: Ein manipulierter Tag kann eine URL öffnen oder eine App starten, wenn Sie ihn mit dem Handy berühren. Android fragt bei unbekannten Tags nach, bevor er eine Aktion ausführt, aber Sie sollten Tags aus unbekannter Quelle nicht einfach auflegen.

Kompatibilitätsprobleme und worauf Sie achten sollten

Nicht jedes Android-Gerät hat einen NFC-Chip. Bei günstigen Einsteigermodellen und einigen älteren Geräten fehlt die Technik, weil sie Kosten spart. Prüfen Sie vor dem Kauf oder vor der Einrichtung, ob Ihr Modell NFC unterstützt. In den Einstellungen finden Sie den Punkt unter „Verbindungen“ oder „Drahtlos und Netzwerke“, oft als Schalter, den Sie aktivieren müssen. Auch wenn der Chip vorhanden ist, kann er werkseitig deaktiviert sein.

Google Pay funktioniert nicht mit jeder Bank und jeder Karte. Manche Banken unterstützen den Dienst nicht, andere verlangen eine eigene App, die separat eingerichtet werden muss. Prüfen Sie vorher auf der Website Ihrer Bank, ob Ihre Karte für Google Pay freigeschaltet werden kann. Auch die Region spielt eine Rolle: Google Pay ist nicht in allen Ländern verfügbar, und die unterstützten Karten unterscheiden sich von Land zu Land.

NFC-Tags gibt es in unterschiedlichen Typen. Nicht jedes Handy liest sie gleich gut. Die gängigen Tags vom Typ NTAG arbeiten mit fast allen Android-Geräten. Ältere Mifare-Tags, die oft in Zutrittskarten stecken, lesen manche Modelle nur eingeschränkt. Wenn Sie Tags kaufen, achten Sie auf die Angabe „kompatibel mit Android“ oder wählen Sie NTAG-Tags, die den breitesten Support haben.

Händler, die ein Android-Handy als Kartenlesegerät nutzen wollen, müssen darauf achten, dass das Lesegerät zu Ihrem Händlerkonto und Ihrer Kassensoftware passt. Nicht jeder Kartenleser arbeitet mit jedem Zahlungsdienstleister zusammen, und manche Anbieter verlangen ein eigenes Gerät. Prüfen Sie die Kompatibilitätsliste des Anbieters, bevor Sie ein Gerät kaufen, und rechnen Sie mit Gebühren pro Transaktion, die den Preis des Lesegeräts übersteigen können.