LTE-Tarif wählen: Worauf Sie achten sollten

Ein LTE-Tarif liefert Internet über das Mobilfunknetz. Er ersetzt die feste Leitung in der Wohnung, etwa für unterwegs, für den Zweitwohnsitz oder für Haushalte ohne Glasfaser- oder Kabelanschluss. Die Werbung nennt meist nur die maximale Download-Geschwindigkeit. Für die Tarifwahl zählen aber auch Datenvolumen, die Drosselung nach dessen Verbrauch, Netzabdeckung am Wohnort und der tatsächliche Preis über die gesamte Vertragslaufzeit.

Wann ein LTE-Tarif sinnvoll ist

Ein LTE-Tarif lohnt sich vor allem in drei Situationen. Wenn Sie häufig unterwegs sind und unterwegs surfen möchten, ersetzt er den teuren Tagespass oder das öffentliche WLAN. Wenn Sie umziehen und in der neuen Wohnung noch kein Festnetzanschluss geschaltet ist, überbrückt ein LTE-Router die Zeit bis zur Freischaltung. Und wenn Ihr Haushalt in einer Region liegt, in der weder Glasfaser noch Kabel verfügbar sind, bleibt LTE oft die einzige schnelle Option.

Wer zu Hause nur gelegentlich surft, E-Mails abruft oder streamt, kommt mit zehn oder zwanzig Gigabyte pro Monat meist aus. Wer täglich mehrere Stunden Videos schaut oder große Dateien lädt, stößt mit einem solchen Tarif schnell an die Grenze. In dem Fall ist ein Festnetzanschluss mit höherem Datenvolumen die bessere Wahl, sofern er verfügbar ist.

Datenvolumen und Drosselung

Die beworbene Geschwindigkeit sagt wenig darüber aus, wie gut der Tarif im Alltag funktioniert. Entscheidend ist, was passiert, wenn das inkludierte Datenvolumen aufgebraucht ist. Die meisten Anbieter drosseln dann die Geschwindigkeit drastisch. Bei den LTE-Tarifen der großen Netzbetreiber liegt die Drosselgrenze für Mobilfunktarife bei 64 kbit/s, für Heimtarife bei 384 kbit/s. Zum Vergleich: Mit 64 kbit/s lässt sich kaum eine Webseite öffnen, Streaming ist ausgeschlossen. Eine Drosselung auf 384 kbit/s erlaubt zumindest einfaches Surfen mit langen Ladezeiten.

Prüfen Sie daher vor dem Abschluss, wie viel Datenvolumen Sie tatsächlich verbrauchen. Die Tarife unterscheiden sich stark beim enthaltenen Datenvolumen pro Monat. Wer sein Smartphone regelmäßig für Navigation, Musik-Streaming und soziale Medien nutzt, verbraucht schnell fünf bis zehn Gigabyte. Wer zu Hause zusätzlich einen Laptop oder Fernseher über den LTE-Router versorgt, sollte eher zu einem Tarif mit größerem Datenvolumen greifen.

Netzabdeckung vor dem Vertrag prüfen

Ein günstiger Tarif nützt wenig, wenn an Ihrem Wohnort kein empfangbares Netz vorhanden ist. Die drei großen Anbieter Telekom, Vodafone und O2 betreiben jeweils eigene Netze, deren Abdeckung sich regional deutlich unterscheidet. Bevor Sie einen Vertrag abschließen, sollten Sie die Netzabdeckung an den Orten prüfen, an denen Sie den Tarif hauptsächlich nutzen möchten. Die Anbieter stellen auf ihren Webseiten Abdeckungskarten bereit, die zeigen, wo LTE verfügbar ist.

Beachten Sie dabei, dass die Karten oft die maximale Ausbaustufe anzeigen, nicht die tatsächliche Geschwindigkeit an Ihrem Standort. In ländlichen Gebieten kann die Verbindung trotz angezeigter Abdeckung langsam sein, weil viele Nutzer gleichzeitig auf denselben Funkmast zugreifen. Fragen Sie im Zweifel Nachbarn oder Bekannte, die denselben Anbieter nutzen, nach ihren Erfahrungen.

Vertragslaufzeit und Effektivpreis berechnen

Die monatliche Gebühr ist nicht der einzige Preis, den Sie zahlen. Viele Tarife haben eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten, wie die Angebote von Telekom und Vodafone zeigen. O2 bietet je nach Tarif auch kürzere Laufzeiten an. Der effektive Monatspreis ergibt sich aus allen Kosten innerhalb der ersten 24 Monate, also monatliche Gebühren plus einmalige Anschlussposten, geteilt durch 24.

Ein Beispiel: Ein Tarif von cyberSIM kostet 4,99 Euro pro Monat bei 24 Monaten Laufzeit. Er enthält 10 Gigabyte Datenvolumen und erreicht maximal 50 Mbit/s im Download. Kommt eine einmalige Anschlussgebühr hinzu, steigt der effektive Monatspreis entsprechend. Vergleichen Sie daher immer den Effektivpreis, nicht die beworbene Monatsrate. Achten Sie außerdem darauf, ob der Preis nach der Mindestlaufzeit steigt und ob Sie den Vertrag dann monatlich kündigen können.

Geschwindigkeit realistisch einschätzen

Die in der Werbung genannten maximalen Download-Raten von 3,6 bis 100 Mbit/s sind theoretische Obergrenzen. Im Alltag erreichen Sie diese Werte selten, weil die Geschwindigkeit von der Entfernung zum Funkmast, der Auslastung des Netzes und dem verwendeten Gerät abhängt. Ein LTE-Router mit guter Antenne liefert zu Hause stabilere Verbindungen als ein Smartphone, das im Schrank liegt.

Für die meisten Anwendungen reichen 50 Mbit/s im Download völlig aus. Damit streamen Sie Videos in hoher Qualität und laden Webseiten schnell. Die Upload-Geschwindigkeit, die bei vielen Tarifen deutlich niedriger liegt, spielt nur eine Rolle, wenn Sie regelmäßig große Dateien verschicken oder Videoanrufe führen. Im cyberSIM-Beispiel stehen 50 Mbit/s Download 32 Mbit/s Upload gegenüber, das ist für private Nutzung mehr als ausreichend.

Zusatzkosten und Vertragsdetails prüfen

Neben Datenvolumen und Geschwindigkeit gibt es weitere Punkte, die den Alltag mit dem Tarif bestimmen. Prüfen Sie, ob eine Telefonflatrate enthalten ist oder ob Sie für Gespräche extra zahlen. Klären Sie, ob der Tarif auch 5G unterstützt, falls Ihr Smartphone das kann und Sie in einem 5G-Ausbaugebiet wohnen. Das cyberSIM-Angebot unterstützt beispielsweise sowohl LTE als auch 5G, was den Tarif zukunftssicher macht.

Achten Sie auch auf die Kündigungsfristen. Prüfen Sie, ob der Anbieter eine automatische Vertragsverlängerung um einen weiteren Zeitraum vorsieht, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Diese Klauseln finden sich in vielen Mobilfunkverträgen und führen dazu, dass Sie länger an einem Tarif gebunden sind als geplant. Notieren Sie sich das Vertragsende im Kalender und kündigen Sie rechtzeitig, wenn Sie wechseln möchten.