mobilhelden.Anleitungen für iPhone & Android.
Menü

Tarif & Vertrag

Handyvertrag mit Smartphone: Wann das Bundle zu teuer ist

Wer ein neues Smartphone braucht, kann Handy und Tarif einzeln kaufen oder beides zusammen als Bundle abschließen. Lange galt die Faustregel: Einzelkauf ist immer günstiger.

Die Stiftung Warentest hat diese Regel relativiert: In vielen Fällen ist das Bundle aus Tarif und Smartphone billiger als der getrennte Kauf. Das gilt aber nur, wenn der Vertrag am Ende der Laufzeit rechtzeitig gekündigt wird. Wer das versäumt, zahlt deutlich mehr.

Wann das Bundle wirklich günstiger ist

Die Anbieter rechnen einen Teil des Smartphone-Preises in die monatliche Gebühr ein. Bei vielen aktuellen Modellen liegt der Gesamtpreis aus Tarif und Gerät unter dem Ladenpreis des Smartphones. Das funktioniert, weil die Mobilfunkanbieter die Geräte in großen Stückzahlen einkaufen und die Tarife selbst gestalten können.

Der Haken: Der günstige Gesamtpreis gilt nur, wenn der Vertrag am Ende der Laufzeit endet. Verlängert sich der Vertrag stillschweigend, zahlen Sie weiter denselben Monatsbetrag, obwohl das Smartphone längst abbezahlt ist. Genau hier entsteht der Kostennachteil gegenüber dem Einzelkauf. Wer sein Handy separat kauft, hat nach der Anschaffung nur noch die laufenden Tarifkosten und kann den Anbieter jederzeit wechseln.

Kündigungsfrist richtig nutzen

Der häufigste Fehler bei Bundle-Verträgen ist das Verpassen der Kündigungsfrist. Die meisten Verträge verlangen eine Kündigung drei Monate vor Laufzeitende. Verpassen Sie diesen Termin, verlängert sich der Vertrag in der Regel um weitere zwölf Monate. In dieser Zeit zahlen Sie den vollen Monatsbetrag weiter, obwohl das Gerät abbezahlt ist. Der anfängliche Preisvorteil des Bundles wird dann zum klaren Nachteil.

Deshalb gehört die Kündigungsfrist in den Kalender, am besten mit einem Erinnerungstermin vier Monate vor Ablauf. Sie können auch direkt bei Abschluss eine Kündigung zum Vertragsende einreichen. Sie wird dann nur wirksam, wenn Sie nicht vorher widersprechen. Manche Anbieter akzeptieren das, andere nicht. Fragen Sie beim Abschluss konkret nach, wie Sie die Kündigung zum Laufzeitende sicherstellen können.

Datenvolumen und versteckte Kosten

Der zweite Kostenpunkt betrifft den Tarif selbst. Wer sein Smartphone viel unterwegs nutzt, braucht ein ausreichend großes Datenvolumen. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass zusätzliche Kosten vor allem dann entstehen, wenn Sie Ihr gebuchtes Datenvolumen überschreiten. Die Drosselung auf langsame Geschwindigkeit ist zwar ärgerlich, aber kostenlos. Teuer wird es erst, wenn der Tarif automatisch Datenpakete nachbucht oder Sie im Ausland surfen, ohne die Roaming-Konditionen zu prüfen.

Prüfen Sie vor dem Abschluss, wie viel Daten Sie in den letzten Monaten tatsächlich verbraucht haben. Die Verbrauchswerte finden Sie in der App Ihres aktuellen Anbieters oder in der Systemübersicht Ihres Smartphones. Wählen Sie ein Paket, das Ihren realen Bedarf abdeckt, nicht das kleinste oder das größte Angebot. Ein zu kleines Paket führt zu Nachbuchungen, ein zu großes zu unnötigen Monatskosten.

In-App-Käufe und Abofallen

Ein dritter Kostenpunkt hat nichts mit dem Vertrag zu tun, sondern mit dem Gerät. Wer ein neues Smartphone einrichtet, installiert oft Apps, die sich über Werbung finanzieren. In solchen Apps kann ein unbedachter Klick zu einem Kauf führen, etwa wenn ein Werbebanner eine Bestätigung verlangt oder ein Spiel virtuelle Währung gegen echtes Geld anbietet. Die Stiftung Warentest warnt ausdrücklich vor diesem Risiko.

Sie können dem vorbeugen, indem Sie nach der Einrichtung des neuen Geräts die Kaufbestätigung für Apps und In-App-Käufe aktivieren. Bei Android-Geräten verlangt der Play Store dann eine Passworteingabe oder eine biometrische Bestätigung, bei iPhones die Face-ID oder den Code. Prüfen Sie außerdem in den Zahlungseinstellungen, welche Zahlungsmittel hinterlegt sind. Ein Kind, das das Handy nutzt, sollte keinen Zugriff auf den App-Store mit hinterlegter Kreditkarte haben.

Gesamtkosten und Vertragsdetails prüfen

Vergleichen Sie nicht nur den monatlichen Preis, sondern die Gesamtkosten über die Laufzeit. Multiplizieren Sie den Monatsbetrag mit der regulären Laufzeit und addieren Sie eine eventuelle Anzahlung. Diesen Gesamtbetrag vergleichen Sie mit dem Einzelpreis des Smartphones plus einem separaten Tarif, der Ihren Bedarf abdeckt. Erst wenn das Bundle in der Summe günstiger ist, lohnt es sich.

Achten Sie außerdem auf das Kleingedruckte: Wie hoch ist die Kündigungsfrist? Gibt es eine automatische Verlängerung? Sind Datenflatrates wirklich unbegrenzt oder nur bis zu einem bestimmten Volumen? Was kostet die Nutzung im EU-Ausland? Diese Punkte entscheiden darüber, ob das Bundle am Ende tatsächlich günstiger ist oder nur auf dem Werbeplakat.