Die richtige MicroSD-Karte für Android finden

Beim Kauf einer MicroSD-Karte für ein Android-Handy stehen viele Karten mit ähnlichen Preisen und verwirrenden Aufschriften im Regal. Entscheidend ist die Schreib- und Lesegeschwindigkeit, nicht die Speicherkapazität. Eine günstige Karte mit viel Speicher kann beim Aufnehmen von 4K-Videos oder beim Starten von Apps zur Bremse werden. Die Geschwindigkeitsklassen auf der Verpackung zeigen vor dem Kauf, ob die Karte das leistet, was Ihr Gerät braucht.

Warum Geschwindigkeit wichtiger ist als der Preis

Eine MicroSD-Karte speichert Fotos, Videos, Musik und bei vielen Android-Geräten auch Apps. Je langsamer die Karte arbeitet, desto deutlicher spüren Sie das im Alltag. Beim Aufnehmen von 4K-Video entstehen pro Minute große Datenmengen, die die Karte in Echtzeit wegschreiben muss. Schafft sie das nicht, bricht die Aufnahme ab oder die Kamera-App meldet einen Fehler. Auch beim Speichern von Fotos in schneller Folge oder beim Verschieben großer Dateien macht sich eine langsame Karte bemerkbar.

Der reine Kaufpreis sagt nichts über diese Leistung aus. Eine große, langsame Karte kostet oft nur wenig weniger als eine kleinere, schnelle. Sie ärgert Sie bei jeder Videoaufnahme. Wenn Sie die Karte nur zum Abspielen von Musik oder zum Archivieren von Fotos nutzen, reicht ein günstiges Modell. Sobald Sie filmen, Apps auslagern oder eine Überwachungskamera mit der Karte betreiben, entscheidet die Geschwindigkeit über den Nutzen.

Geschwindigkeitsklassen: A1, A2, V30 und U3

Auf jeder MicroSD-Karte stehen Buchstaben- und Zahlenkombinationen, die die Mindestgeschwindigkeit angeben. Die wichtigsten für Android sind die Application Performance Class und die Video Speed Class.

Die Klassen A1 und A2 (Application Performance Class) beschreiben, wie schnell die Karte kleine Dateien liest und schreibt, also genau das, was beim Starten und Ausführen von Apps passiert. Eine A2-Karte ist für diesen Zweck schneller als eine A1-Karte. Wenn Sie Apps auf die SD-Karte auslagern möchten, sollten Sie eine Karte mit A2 wählen. Ohne diese Klasse wird das Ausführen von Apps von der Karte spürbar zäh.

Die Video Speed Class V30 und die ältere Klasse U3 garantieren eine Mindestschreibgeschwindigkeit, die für flüssige 4K-Aufnahmen ausreicht. Eine Karte mit V30 oder U3 schreibt Videodaten zuverlässig weg, ohne dass die Aufnahme stockt. Für Full-HD-Videos genügt eine niedrigere Klasse, für 4K sollten Sie bei V30 oder besser bleiben.

Ein konkretes Beispiel aus dem Handel: Die SanDisk Extreme PRO A2 liest mit bis zu 200 Megabyte pro Sekunde und schreibt mit bis zu 140 Megabyte pro Sekunde. Sie trägt die Klassen V30 und U3 und ist damit für 4K-Aufnahmen und für Apps ausgelegt. Solche Werte finden Sie auf der Verpackung oder in der Produktbeschreibung, bevor Sie bezahlen.

Welche MicroSD-Karte Ihr Android-Gerät unterstützt

Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Karten Ihr Gerät überhaupt unterstützt. Die meisten aktuellen Android-Smartphones nehmen MicroSD-Karten im UHS-I-Format auf. Schnellere UHS-II-Karten bringen in solchen Geräten keinen Vorteil, weil das Handy die höhere Geschwindigkeit nicht nutzen kann. Ein Blick in die Bedienungsanleitung oder die Herstellerangaben zu Ihrem Modell verrät, welche Kapazität und welcher Kartentyp unterstützt werden.

Auch die Kapazität sollten Sie nicht überdimensionieren. Ein älteres Gerät unterstützt unter Umständen nur Karten mit geringerer Kapazität, während neuere Modelle auch 1 Terabyte lesen. Eine zu große Karte wird vom Gerät möglicherweise nicht erkannt oder lässt sich nicht formatieren.

Ein weiterer Einsatzbereich sind Sicherheitskameras, die Aufnahmen auf einer eigenen MicroSD-Karte speichern. Bewegungsgesteuerte Clips landen direkt auf der Karte, ohne dass ein Abo für Cloud-Speicher nötig ist. Auch hier gilt: Eine zu langsame Karte führt dazu, dass die Kamera Aufnahmen nicht überschreiben kann oder die Karte voll wird und die Aufnahme stoppt.

Woran Sie gefälschte Karten erkennen

Im Handel und vor allem online tauchen immer wieder gefälschte MicroSD-Karten auf, die weniger Speicher haben als aufgedruckt oder deutlich langsamer arbeiten. Eine gefälschte Karte meldet dem Gerät eine große Kapazität, verliert aber beim Schreiben Daten oder bricht die Aufnahme ab. Wenn eine Karte ungewöhnlich günstig ist oder der Verkäufer keine klaren Angaben zu Geschwindigkeitsklassen macht, sollten Sie misstrauisch werden.

Kaufen Sie Karten bevorzugt bei bekannten Händlern oder direkt beim Hersteller. Nach dem Kauf können Sie die echte Kapazität testen, indem Sie die Karte voll beschreiben und die Dateien anschließend lesen. Verlassen Sie sich nicht auf die Anzeige des Geräts, das nur die von der Karte gemeldete Größe anzeigt.

Wenn die Karte im Betrieb Probleme macht, etwa von der Kamera-App nicht erkannt oder formatiert wird, liegt das nicht immer an einer Fälschung. Auch eine im Labor getestete Kompatibilität ist kein Beweis für dauerhafte Stabilität. Die Qualität einzelner Karten schwankt, und ein defektes Exemplar kann nach einiger Zeit ausfallen. Sichern Sie wichtige Aufnahmen daher regelmäßig auf einem anderen Speicherort.