Sicherheit & Apps
Android ohne Root schneller machen
Wenn Ihr Android-Smartphone ruckelt, Apps verzögert öffnen oder das Gerät spät auf Eingaben reagiert, starten Sie es neu, installieren Sie Updates und geben Sie Speicherplatz frei. Dafür brauchen Sie keinen Root-Zugriff. Root-Zugriff bedeutet, dass Sie erweiterte Rechte zum Ändern des Betriebssystems haben.
Laden nur Webseiten und Online-Apps langsam, liegt es wahrscheinlich an der Internetverbindung. Ruckelt auch die Bedienung, gehen Sie die folgenden Schritte der Reihe nach durch. Die Menünamen hängen von Hersteller und Android-Version ab; über die Suche in den Einstellungen finden Sie den passenden Punkt meist am schnellsten.
Erst das Problem eingrenzen
Prüfen Sie, wann das Smartphone langsam wirkt. Betrifft es nur eine bestimmte App, sollten Sie diese App genauer untersuchen. Ist das Gerät auch beim Öffnen der Einstellungen oder beim Wechseln zwischen Apps träge, lohnt sich ein Blick auf Speicher, Updates und Hintergrundaktivität.
Starten Sie das Smartphone neu und prüfen Sie anschließend, ob Updates für Android und Ihre Apps bereitstehen. Installieren Sie verfügbare Aktualisierungen und testen Sie das Gerät erneut. Ein Neustart ist ein einfacher erster Schritt, auch wenn er nicht jedes Problem dauerhaft löst.
Speicher gezielt freigeben
Öffnen Sie in den Einstellungen die Speicherübersicht. Google weist darauf hin, dass weniger als 10 Prozent freier Gerätespeicher Probleme verursachen kann. Der Wert ist ein Richtwert, keine feste Grenze, ab der jedes Smartphone langsamer wird.
Schaffen Sie zuerst Platz, indem Sie nicht mehr benötigte Downloads und große Videos löschen oder an einen anderen Speicherort übertragen. Entfernen Sie außerdem Apps, die Sie nicht mehr verwenden. Ein Dateimanager hilft dabei, große Dateien zu finden. Das Sortieren von Ordnern allein gibt allerdings keinen Speicherplatz frei.
Gehen Sie mit App-Daten vorsichtig um. Das Löschen des Cache entfernt vorübergehend gespeicherte Dateien. Beim nächsten Start kann die App langsamer sein, weil sie diese Dateien neu anlegt. „Speicherinhalt löschen“ oder „Daten löschen“ ist ein anderer Schritt: Dabei gehen gespeicherte App-Daten verloren, etwa Einstellungen oder lokal abgelegte Inhalte. Prüfen Sie deshalb genau, welche Option Sie auswählen.
Auffällige Apps testen
Wurde das Smartphone kurz nach der Installation einer App langsam, entfernen Sie diese App testweise und starten Sie das Gerät neu. Treten die Probleme nur bei einer einzelnen App auf, aktualisieren Sie sie zunächst. Reagiert sie nicht mehr, können Sie sie gezielt beenden; ein erzwungenes Beenden aller Apps ist nicht nötig.
Android verwaltet Hintergrund-Apps selbst. Das manuelle Wegwischen sämtlicher Apps schafft deshalb keinen verlässlichen Leistungsvorteil. Google zufolge kann unnötiges Beenden von Hintergrundprozessen unter Android 14 Leistung und Akkuverbrauch verschlechtern. Beschränken Sie die Hintergrundaktivität nur bei einer auffälligen App. Sonst können Benachrichtigungen oder Synchronisierungen später eintreffen.
Bleibt die Ursache unklar, starten Sie das Smartphone im abgesicherten Modus. Dabei sind heruntergeladene Apps vorübergehend deaktiviert. Läuft das Gerät dann besser, spricht das für eine nachträglich installierte App als Ursache. Wie Sie den abgesicherten Modus starten, hängt vom Hersteller ab; suchen Sie in den Einstellungen oder in der Gerätehilfe nach der passenden Anleitung.
Animationen reduzieren
Kürzere Animationen lassen Menüs und Fenster schneller erscheinen. Sie beschleunigen die Animation selbst, erhöhen aber nicht automatisch die Rechenleistung von Apps oder Spielen.
Die Regler finden Sie in den Entwickleroptionen, einem Bereich mit erweiterten Android-Einstellungen. Sie heißen meist „Fensteranimationsskala“ und „Übergangsanimationsskala“. Falls die Entwickleroptionen fehlen, lassen sie sich je nach Gerät über die Build-Nummer freischalten. Suchen Sie in den Einstellungen nach „Build-Nummer“, da der Menüpfad je nach Gerät abweicht. Ändern Sie nur die Animationsregler und lassen Sie andere Entwickleroptionen unverändert.
Cleaner und RAM-Booster meiden
„Cleaner“ und „RAM-Booster“ versprechen oft, das Smartphone durch das Schließen von Apps zu beschleunigen. Android verwaltet Arbeitsspeicher und Hintergrundprozesse selbst. Zusätzliche Apps, die ständig Prozesse beenden, können dazu führen, dass Apps beim nächsten Öffnen neu starten müssen. Installieren Sie keine unbekannten APK-Dateien, also manuell heruntergeladenen Android-App-Dateien, nur für einen vermeintlichen Leistungsschub.
Auch „GPU-Rendering erzwingen“ ist kein allgemeiner Beschleunigungsschalter. Die Einstellung ändert, wie Android in bestimmten Fällen Grafiken darstellt. Aktuelle Apps werden dadurch nicht automatisch schneller, und Spiele zeigen nicht automatisch mehr Bilder pro Sekunde. Sie kann zudem Akku und Arbeitsspeicher stärker beanspruchen. Ändern Sie sie nur, wenn Sie ein konkretes Problem mit einer bestimmten App prüfen.
Werkseinstellungen als letzter Schritt
Bleibt das Smartphone trotz Updates, freiem Speicher und gezielter App-Prüfung langsam, kommt ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen infrage. Dabei werden Daten und Apps vom Gerät entfernt. Sichern Sie vorher Fotos, Dokumente und andere wichtige Inhalte und stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Kontozugangsdaten kennen.
Installieren Sie nach dem Zurücksetzen Apps zunächst schrittweise. Wird das Gerät nach einer bestimmten Installation wieder langsam, haben Sie einen möglichen Auslöser gefunden. Bei anhaltenden Problemen, die auch ohne zusätzliche Apps auftreten, wenden Sie sich an den Hersteller oder einen Reparaturdienst.