Android
Android-Handy kaufen
Legen Sie vor dem Kauf fest, wie lange Sie Ihr Android-Smartphone nutzen und wofür Sie es brauchen. Für Nachrichten, Telefonate und Videos zählen andere Eigenschaften als für anspruchsvolle Spiele oder viele Fotos. Bei mehrjähriger Nutzung sind die Update-Zusage, der Akku und die Reparierbarkeit des Modells besonders wichtig.
Prüfen Sie, ob Display, Speicher, Kamera und Anschlüsse zu Ihrem Alltag passen. Eine hohe Megapixelzahl oder ein großer Akku allein zeigt nicht, ob das Smartphone zu Ihnen passt.
Nutzung zuerst klären
Legen Sie vor dem Preisvergleich ein Budget fest und notieren Sie, was Ihr neues Handy können muss. Wer vor allem Nachrichten schreibt, im Internet surft und Videos anschaut, braucht weniger Rechenleistung als jemand, der regelmäßig aufwendige Spiele spielt oder Videos bearbeitet.
Auch die Größe macht im Alltag einen Unterschied: Ein kleineres Handy lässt sich leichter einhändig bedienen und passt besser in eine Tasche. Ein großer Bildschirm ist beim Lesen, Spielen und Videoschauen angenehmer. Wenn Sie im Geschäft kaufen, halten Sie das Gerät in der Hand und prüfen Sie, ob Sie wichtige Bereiche des Bildschirms bequem erreichen.
Android-Updates genau prüfen
Die Update-Zusage des Herstellers entscheidet mit darüber, wie lange Sie das Handy sicher und mit aktueller Software nutzen können. Betriebssystem-Updates bringen größere Änderungen an Android; Sicherheitsupdates schließen bekannte Sicherheitslücken. Die Hersteller veröffentlichen Updates nach eigenen Zeitplänen. Diese unterscheiden sich je nach Modell und Region.
Prüfen Sie die Zusage für genau die Modellvariante, die Sie kaufen möchten. Achten Sie darauf, wie lange Sicherheitsupdates und Betriebssystem-Updates verfügbar sind und ab welchem Datum der Zeitraum zählt. Eine Angabe wie „sieben Jahre Updates“ ist nur dann aussagekräftig, wenn klar ist, ob die Frist ab Verkaufsstart, Verfügbarkeit oder einem anderen Zeitpunkt läuft.
Für Pixel 8 und spätere Pixel-Handys nennt Google beispielsweise sieben Jahre Updates ab der ersten Verfügbarkeit im Google Store in den USA. Das ist eine herstellerspezifische Zusage und gilt nicht automatisch für andere Android-Geräte. Für Smartphones, die ab dem 20. Juni 2025 in der EU auf den Markt kommen, gelten außerdem neue Vorgaben zur Verfügbarkeit von Betriebssystem-Upgrades. Die dort genannten mindestens fünf Jahre beginnen am Ende des Inverkehrbringens der letzten Einheit eines Modells. Das ist nicht dasselbe wie fünf Jahre ab Kaufdatum.
Display und Kamera vergleichen
Beim Display zählen Größe, Lesbarkeit im Freien und Bildqualität im Alltag. Eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz lässt Bewegungen flüssiger erscheinen, etwa beim Scrollen oder Spielen. Eine niedrigere Einstellung kann Strom sparen. Prüfen Sie, ob das Handy eine automatische Anpassung oder eine Möglichkeit bietet, die Bildwiederholrate zu senken.
LCD und OLED unterscheiden sich unter anderem bei Kontrast und Darstellung dunkler Bildflächen. Daraus lässt sich aber keine pauschale Rangfolge für jedes Modell ableiten. Entscheidend ist die konkrete Anzeige: Wenn Sie können, vergleichen Sie die Geräte mit ähnlichen Inhalten und derselben Bildschirmhelligkeit.
Beurteilen Sie die Kamera anhand Ihrer Motive, nicht allein anhand der Megapixelzahl oder der Anzahl der Objektive. Für Urlaubs- und Familienfotos zählen andere Funktionen als für Aufnahmen bei wenig Licht oder Videos von bewegten Motiven. Prüfen Sie Beispielbilder bei Tageslicht und in dunkler Umgebung. Achten Sie außerdem darauf, ob ein Teleobjektiv das Motiv mit einer Linse vergrößert oder ob die Kamera das Bild hauptsächlich digital vergrößert.
Speicher und Leistung wählen
Der Arbeitsspeicher (RAM) hilft dem Handy, mehrere Apps geöffnet zu halten und zwischen ihnen zu wechseln. Für alltägliche Aufgaben reicht weniger Leistung als für anspruchsvolle Spiele. Wer regelmäßig grafisch aufwendige Spiele spielt, sollte unabhängige Tests zum konkreten Modell heranziehen. Mehr Rechenleistung allein garantiert keine längere Akkulaufzeit.
Überlegen Sie beim internen Speicher, wie viele Fotos, Videos und Apps Sie auf dem Handy speichern möchten. 128 oder 256 Gigabyte sind verbreitete Größen, doch passend ist der Speicher, der zu Ihrer Nutzung und geplanten Nutzungsdauer passt. Prüfen Sie, ob sich eine Speicherkarte einsetzen lässt. Vergleichen Sie außerdem den Aufpreis für mehr internen Speicher mit möglichen späteren Kosten für Cloud-Speicher oder den Wechsel auf ein anderes Gerät.
Akku im Alltag beurteilen
Die Angabe in Milliamperestunden (mAh) beschreibt die Akkukapazität, sagt für sich genommen aber nicht, wie lange das Handy durchhält. Seit dem 20. Juni 2025 tragen erfasste Smartphones, die neu auf den EU-Markt kommen, ein Energielabel. Es nennt unter anderem die Akkulaufzeit in einem standardisierten Test und die Zahl der Ladezyklen. Über den QR-Code gelangen Sie zu weiteren Produktangaben in der europäischen Produktdatenbank EPREL.
Die im standardisierten Test gemessene Laufzeit hilft Ihnen, Geräte zu vergleichen. Im Alltag hängt die Laufzeit davon ab, wie hell der Bildschirm eingestellt ist und welche Apps laufen. Auch Mobilfunkempfang und Netzbedingungen spielen eine Rolle. Für erfasste Geräte schreibt die EU außerdem vor, dass der Akku mindestens 800 Ladezyklen erreicht, bevor seine Kapazität unter 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität fällt. Teilaufladungen zählen dabei anteilig zu einem vollständigen Ladezyklus.
Reparatur und Schutz prüfen
Das EU-Energielabel zeigt eine Reparierbarkeitsklasse von A bis E. A steht für die beste Reparierbarkeit. Vergleichen Sie diese Einstufung mit den Kosten und der Verfügbarkeit eines Akku- oder Displaytauschs. Ein hoher Reparaturwert hilft wenig, wenn eine Reparatur für Sie trotzdem zu teuer ist.
Der IP-Code beschreibt den Schutz gegen Staub und Wasser: Die erste Ziffer bezieht sich auf feste Fremdkörper, die zweite auf Wasser. Das Energielabel kann auch die Fallfestigkeit angeben. Diese Angaben beruhen auf festgelegten Prüfungen und bedeuten nicht, dass ein Handy unter allen Bedingungen unbeschädigt bleibt. Fragen Sie bei einem schwer reparierbaren Modell vor dem Kauf nach den Kosten für einen späteren Akkutausch.
Netz und Anschlüsse abgleichen
Prüfen Sie, ob die konkrete Gerätevariante die Mobilfunkstandards unterstützt, die Sie nutzen möchten. Wenn Sie ein neues Handy mehrere Jahre nutzen möchten, sollten Sie auch prüfen, ob es 5G unterstützt. Es garantiert jedoch weder guten Empfang noch hohe Geschwindigkeit an jedem Standort. Dafür zählen auch Ihr Tarif, die Netzabdeckung und wie stark das Mobilfunknetz ausgelastet ist.
Klären Sie außerdem, ob Sie eine normale SIM-Karte, eine eSIM (digitale SIM) oder beides benötigen. Prüfen Sie, ob NFC für kontaktloses Bezahlen vorhanden ist und ob das Handy einen Kopfhöreranschluss hat, falls Sie kabelgebundene Kopfhörer nutzen. USB-C-Anschlüsse übertragen Daten unterschiedlich schnell. Wenn Sie häufig große Dateien übertragen, vergleichen Sie die Angaben zum konkreten Modell.
Bei Importgeräten und Sondermodellen sollten Sie zusätzlich prüfen, ob Google Play Store und die benötigten Apps funktionieren. Achten Sie auf eine Play-Protect-Zertifizierung. Google weist darauf hin, dass bei nicht zertifizierten Geräten Google-Dienste oder grundlegende Sicherheitsfunktionen eingeschränkt sein können.
Handyvertrag oder Einzelkauf?
Vergleichen Sie bei einem Vertragsangebot die Gesamtkosten für die Vertragslaufzeit. Dazu gehören der Gerätepreis und die monatliche Grundgebühr. Rechnen Sie auch eine mögliche Einmalzahlung sowie Zusatzoptionen ein. Berücksichtigen Sie auch, was der Tarif nach Ende der Mindestlaufzeit kostet.
Ein separates Handy kann günstiger sein, wenn Sie dazu einen passenden Tarif ohne Gerätefinanzierung wählen. Ein gebrauchtes Smartphone ist eine weitere Möglichkeit, Geld zu sparen. Prüfen Sie dabei besonders, wie lange der Hersteller noch Updates zusagt und ob der Zustand des Geräts und mögliche Reparaturen zum Preis passen.
Kaufcheck vor dem Bezahlen
Beantworten Sie vor dem Kauf diese Fragen:
- Wie lange sind Sicherheits- und Betriebssystem-Updates für genau dieses Modell zugesagt?
- Reichen Größe, Speicher und Akkuleistung für meinen Alltag?
- Sind Kamera, Mobilfunk, SIM und Anschlüsse mit meiner Nutzung vereinbar?
- Was kostet eine spätere Reparatur, vor allem der Akku- oder Displaytausch?
- Ist das Gerät allein oder zusammen mit einem Vertrag insgesamt günstiger?