Android-Backup: Fotos, Kontakte und Dokumente sichern
Wenn Ihr Android-Handy verloren geht, gestohlen wird oder einen Wasserschaden erleidet, sind Fotos, Kontakte und Dokumente oft unwiederbringlich weg. Die eingebaute Sicherung über das Google-Konto lässt sich in wenigen Minuten aktivieren, hat aber Lücken. Wer sie nicht kennt, verliert trotzdem Daten.
Was das Google-Konto-Backup sichert
Die zentrale Sicherung läuft über Ihr Google-Konto. Unter Einstellungen > System > Sichern (bei vielen Geräten auch unter Google > Backup) legt Android eine Kopie Ihrer wichtigsten Daten an. Dazu gehören App-Daten, Anrufverlauf, SMS-Nachrichten, WLAN-Passwörter und die meisten Geräteeinstellungen. Diese Daten werden verschlüsselt in die Google-Cloud hochgeladen. Ein Teil davon, nämlich die Daten, die mit Ihrer Bildschirmsperre geschützt sind, wird mit PIN, Muster oder Passwort Ende-zu-Ende verschlüsselt. Das bedeutet: Selbst Google kann diese Daten nicht lesen, solange Sie die Sperre nicht eingeben.
Wichtig: Dieses Backup ist kein vollständiges Abbild Ihres Telefons. Fotos und Videos, die nicht in Google Fotos gesichert sind, fehlen darin. Auch Kontakte werden nicht über dieses Backup gesichert, sondern über die Synchronisierung mit Ihrem Google-Konto. Und Dokumente, die nur lokal auf dem Gerät liegen, sind ebenfalls nicht enthalten. Für diese drei Datentypen brauchen Sie eigene Wege.
Fotos und Videos mit Google Fotos sichern
Die einfachste Methode für Fotos ist die App Google Fotos. Installieren Sie die App, melden Sie sich mit Ihrem Google-Konto an und aktivieren Sie die Sicherung. Dazu tippen Sie oben rechts auf Ihr Profilbild, wählen Fotos-Einstellungen > Sichern und Synchronisieren und schalten die Option ein. Die App lädt dann alle neuen Fotos und Videos automatisch in die Cloud hoch, sobald Sie mit dem Internet verbunden sind. Sie können wählen, ob die Übertragung nur im WLAN oder auch über mobile Daten laufen soll. Außerdem legen Sie fest, ob die Originalqualität oder eine platzsparende Speicherqualität verwendet wird.
Wichtig zur Sicherheit: Fotos und Videos in Google Fotos sind nicht mit Ihrer Bildschirmsperre verschlüsselt. Sie sind zwar während der Übertragung und auf den Google-Servern verschlüsselt, aber Google kann sie technisch einsehen. Wenn Sie sehr private Aufnahmen haben, sollten Sie diese nicht ausschließlich in Google Fotos ablegen, sondern zusätzlich lokal auf einem Computer oder einer externen Festplatte sichern.
Kontakte über das Google-Konto sichern
Kontakte werden in Android normalerweise automatisch mit Ihrem Google-Konto synchronisiert, sobald Sie ein Konto eingerichtet haben. Sie können das unter Einstellungen > Konten > Google > Kontakte synchronisieren prüfen. Ist die Synchronisierung aktiv, erscheinen Ihre Kontakte nach der Anmeldung auf einem neuen Gerät automatisch wieder. Das funktioniert zuverlässig, wenn Sie Ihre Kontakte im Google-Konto speichern und nicht nur im Telefonspeicher. Beim Anlegen eines neuen Kontakts wählen Sie als Speicherort daher Ihr Google-Konto und nicht "Telefon" oder "Gerät".
Für eine zusätzliche Sicherung können Sie Ihre Kontakte als Datei exportieren. Öffnen Sie die Kontakte-App, tippen Sie auf das Menü und wählen Sie Exportieren. Die App erstellt eine vCard-Datei (Endung.vcf), die Sie per E-Mail an sich selbst schicken oder auf einem Computer ablegen. Diese Datei lässt sich später in jedes beliebige Konto oder Gerät importieren, auch wenn Sie zu einem anderen Anbieter wechseln.
Dokumente und andere Dateien sichern
Dokumente, die Sie mit Apps wie Google Docs, Google Sheets oder Google Slides erstellen, liegen standardmäßig in Google Drive und sind damit bereits gesichert. Probleme entstehen bei Dateien, die lokal auf dem Gerät gespeichert sind, etwa PDFs, heruntergeladene Anhänge oder Notizen aus Drittanbieter-Apps. Diese Dateien müssen Sie selbst in die Cloud bringen.
Die einfachste Lösung ist die Google-Drive-App. Öffnen Sie die App, tippen Sie auf das Pluszeichen und wählen Sie Hochladen. Sie können dann einzelne Dateien oder ganze Ordner aus dem Gerätespeicher auswählen. Alternativ aktivieren Sie in den Einstellungen der Drive-App die Option Kamera-Uploads. Sie legt dann automatisch neue Fotos und Videos in Drive ab. Das ist sinnvoll, wenn Sie Google Fotos nicht nutzen möchten.
Für Dokumente, die Sie nicht in der Cloud ablegen wollen, bleibt die lokale Sicherung: Schließen Sie das Handy per USB-Kabel an einen Computer an und kopieren Sie die gewünschten Ordner auf die Festplatte. Das ist die einzige Methode, die vollständig ohne Internet und ohne Cloud-Anbieter auskommt.
Wann das Google-Backup nicht funktioniert
Das Google-Backup funktioniert nicht immer. Die wichtigste Einschränkung betrifft die Android-Version: Einige Sicherungsfunktionen stehen erst ab Android 9 zur Verfügung. Ältere Geräte können das automatische Backup unter Umständen nicht nutzen und müssen auf manuelle Methoden wie den USB-Transfer zurückgreifen.
Außerdem gilt: Sie können ein Backup, das auf einem Gerät mit einer neueren Android-Version erstellt wurde, nicht auf einem Gerät mit einer älteren Android-Version wiederherstellen. Wenn Sie also ein neues Handy mit einer neueren Android-Version haben und auf ein älteres Modell mit einer älteren Android-Version wechseln möchten, schlägt die Wiederherstellung fehl. Planen Sie einen Gerätewechsel, prüfen Sie vorher, welche Android-Version das neue Gerät hat.
Für Nutzer mit einem Arbeitsprofil gibt es eine weitere Einschränkung: Das Google-Backup ist nicht verfügbar, wenn Sie ein persönliches Gerät mit einem Arbeitsprofil einrichten, ein reines Arbeitsgerät verwenden oder ein vom Unternehmen gestelltes Gerät nutzen. In diesen Fällen müssen Sie die Sicherung über die vom Arbeitgeber bereitgestellten Lösungen oder manuell über USB erledigen.