Android-App-Berechtigungen richtig einstellen
Wenn Sie eine Android-App installieren oder öffnen, fragt sie oft nach Zugriff auf Standort, Kamera, Mikrofon, Kontakte oder Speicher. Diese Berechtigungen bestimmen, was die App auf Ihrem Gerät tun darf. Sie können jede einzeln erlauben oder ablehnen und die Entscheidung später in den Geräteeinstellungen ändern.
Wo Sie Berechtigungen ändern
Alle Berechtigungen verwalten Sie in der Einstellungen-App Ihres Android-Geräts. Bei den meisten Geräten gehen Sie so vor: Öffnen Sie die Einstellungen, tippen Sie auf „Apps“, wählen Sie die betreffende App aus und öffnen Sie den Punkt „Berechtigungen“. Dort sehen Sie eine Liste aller Zugriffe, die die App anfragen darf, etwa Standort, Kamera, Mikrofon, Kontakte, Telefon oder SMS. Tippen Sie auf eine Berechtigung, können Sie zwischen „Erlauben“ und „Nicht erlauben“ wählen.
Bei einigen Berechtigungen gibt es zusätzliche Optionen. Beim Standort können Sie auf vielen Geräten wählen, ob die App den Standort nur während der Nutzung sehen darf oder „Die ganze Zeit“. Kamera und Mikrofon lassen sich meist nur komplett erlauben oder ablehnen, ohne zeitliche Einschränkung. Auf Pixel-Smartphones funktionieren diese Einstellungen erst ab Android 11; auf älteren Versionen fehlen einzelne Menüpunkte.
Kritische Zugriffe
Nicht jede Berechtigung wiegt gleich schwer. Standort und Kontaktliste sind beide sensibel, aber Sie sollten sie unterschiedlich bewerten. Prüfen Sie diese Zugriffe besonders, weil sie weitreichende Folgen haben:
- Kamera und Mikrofon: Eine App, die Kamera oder Mikrofon nutzen darf, kann ohne Ihr Wissen Bilder aufnehmen oder Gespräche mithören, solange sie im Hintergrund läuft. Erlauben Sie diesen Zugriff nur Apps, die die Funktion offensichtlich für ihre Kernaufgabe brauchen, etwa eine Videokonferenz-App. Eine Taschenlampen-App, die das Mikrofon anfragt, ist ein Warnsignal.
- Standort: Der Standort verrät, wo Sie wohnen, arbeiten und sich bewegen. Erlauben Sie ihn nur, wenn die App den Standort tatsächlich für ihre Funktion benötigt, etwa für Navigation oder Wetter. Bei „Die ganze Zeit“ sollten Sie besonders skeptisch sein, weil die App dann auch außerhalb der Nutzung Ihren Aufenthaltsort sehen kann.
- Kontakte und Anrufliste: Mit Zugriff auf Kontakte kann die App Ihre gesamte Adressliste auslesen und an ihre Server übertragen. Das ist für Messenger oder soziale Netzwerke oft Teil der Funktion, für eine einfache Spiel-App aber unverhältnismäßig.
- Telefon und SMS: Mit dieser Berechtigung kann die App Anrufe tätigen oder SMS senden und lesen. Außerhalb von Telefonie- und Messaging-Diensten braucht fast keine App diese Berechtigung. Sie öffnet Missbrauchsmöglichkeiten wie teure Premium-SMS.
Eine einfache Entscheidungsregel: Fragen Sie sich bei jeder Anfrage, ob die App den Zugriff für ihre eigentliche Aufgabe braucht. Eine Navigations-App braucht den Standort, aber keine Kontakte. Eine Spiele-App braucht weder Mikrofon noch Telefon. Wenn die Anfrage nicht zur Funktion passt, lehnen Sie sie ab.
Riskante Anfragen erkennen
Die Berechtigung allein sagt noch nicht, ob die App vertrauenswürdig ist. Eine App kann eine harmlose Berechtigung missbrauchen, und eine vertrauenswürdige App kann eine sensible Berechtigung verantwortungsvoll nutzen. Deshalb sollten Sie vor der Installation auch die App selbst prüfen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Initiative klicksafe weisen darauf hin, dass Sie beim Arbeiten mit Apps drei Parteien vertrauen müssen: dem Gerätehersteller, den Entwicklern der App und dem Netzbetreiber. Nur wenn Sie allen dreien vertrauen, sollten Sie die App mit Ihren persönlichen Daten nutzen.
Konkret heißt das: Prüfen Sie, wer die App entwickelt hat und ob der Entwickler einen guten Ruf hat. Lesen Sie die Bewertungen im App Store, aber verlassen Sie sich nicht allein darauf. Achten Sie auf die Anzahl der Downloads und darauf, ob die App regelmäßig aktualisiert wird. Eine App, die seit Jahren keine Updates erhalten hat, kann Sicherheitslücken enthalten, auch wenn die Berechtigungen auf den ersten Blick harmlos wirken. Wenn Sie Zweifel haben, ob Sie dem Entwickler vertrauen können, lassen Sie die Installation besser bleiben oder erlauben Sie die sensiblen Zugriffe nicht.
Berechtigungen regelmäßig prüfen
Sie können Berechtigungen jederzeit ändern, auch nach Wochen oder Monaten. Es lohnt sich, regelmäßig die Liste der installierten Apps durchzugehen und zu prüfen, welche Berechtigungen Sie vergeben haben. Eine App, die Sie längst nicht mehr nutzen, sollte keine Kamera- oder Standortrechte mehr haben. Deinstallieren Sie ungenutzte Apps oder entziehen Sie ihnen zumindest die sensiblen Zugriffe.
Entscheiden Sie bei jeder neuen Installation bewusst. Viele Apps fragen die Berechtigungen nicht alle auf einmal ab, sondern nach und nach, wenn sie eine Funktion zum ersten Mal verwenden. Eine Anfrage, die mitten in der Nutzung erscheint, wirkt harmlos, ist aber genauso folgenreich wie die Anfrage bei der Installation. Nehmen Sie sich den Moment, lesen Sie, was gefragt wird, und lehnen Sie ab, wenn der Zugriff nicht zur Funktion passt.