Android-Animationen: Akku oder Tempo?
Android spielt beim Öffnen von Apps, beim Wechseln zwischen Programmen und beim Aufklappen von Menüs kurze Übergangsanimationen ab. Sie lassen das Gerät flüssig wirken, kosten aber Rechenzeit und damit Energie. Viele Nutzer fragen sich, ob sich das Abschalten dieser Animationen lohnt, um den Akku zu schonen.
Der Akku-Effekt ist kleiner, als die meisten erwarten. Der spürbare Gewinn ist die gefühlte Geschwindigkeit. Vor allem auf älteren oder schwächeren Geräten wirkt ein Smartphone mit kürzeren Animationen sofort schneller, obwohl die Rechenleistung unverändert bleibt. Ob sich das Umschalten lohnt, hängt vom Gerät und von Ihren Vorlieben ab.
Was die drei Animationsregler bewirken
Android bietet in den Entwickleroptionen drei Regler für Animationen: die Fensteranimation, die Übergangsanimation und die Animator-Dauer. Die Fensteranimation steuert, wie ein Fenster beim Öffnen oder Schließen erscheint. Bei der Übergangsanimation geht es um den Wechsel zwischen Bildschirmen innerhalb einer App. Die Animator-Dauer legt fest, wie lange Elemente brauchen, um ihren Zustand zu ändern, etwa beim Ein- und Ausblenden von Menüs.
Standardmäßig stehen alle drei Regler auf dem Wert 1. Wer sie auf einen niedrigeren Wert stellt, verkürzt die Dauer aller Übergänge. Die Stellung „Aus" deaktiviert die Animationen vollständig. Die Änderung wirkt sofort und lässt sich jederzeit zurücknehmen. Ein komplettes Abschalten wirkt allerdings oft abrupt, weil Fenster dann ohne Übergang erscheinen. Ein mittlerer Wert ist für die meisten der bessere Kompromiss.
Warum kürzere Animationen schneller wirken
Ein Nutzer eines Samsung Galaxy S22, das er Anfang 2023 gekauft hatte, berichtete, dass die Anpassung der Animationsgeschwindigkeit das gefühlte Tempo deutlich veränderte. Das Smartphone war nicht langsam im eigentlichen Sinne, aber jede Aktion dauerte einen Moment länger als früher. Genau diese Wahrnehmung beschreibt das Problem vieler Geräte. Die Hardware rechnet schnell genug, aber die Übergänge ziehen jede Bedienung in die Länge. Eine einzelne Erfahrung ersetzt keine Messung, aber sie passt zu einem verbreiteten Muster.
Dazu kommt eine Faustregel, die in Diskussionen um Bedienoberflächen immer wieder auftaucht: Eine Interaktion sollte nur kurz dauern, bevor sie als zäh wahrgenommen wird. Kurze Verzögerungen fallen kaum auf. Belege für einen genauen Wert sind dünn, er ist eher eine Orientierung als eine Messgröße. Trotzdem erklärt er, warum schon eine Verkürzung der Animationsdauer ein Gerät gefühlt deutlich schneller macht, obwohl die Verarbeitung unverändert bleibt.
Was Animationen den Akku kosten
Verlässliche Zahlen, wie viel Akku Animationen tatsächlich verbrauchen, fehlen. Die vorhandenen Erfahrungsberichte behandeln fast ausschließlich das gefühlte Tempo, nicht die Laufzeit. Wer eine konkrete Prozentangabe erwartet, wird nicht fündig.
Jede Animation aktiviert kurzzeitig den Grafikprozessor und die CPU. Das kostet Energie, aber der Anteil ist gering im Vergleich zu den großen Verbrauchern wie dem Display, der Mobilfunkverbindung oder aufwendigen Apps. Auf einem modernen Smartphone wird niemand einen messbaren Unterschied in der Akkulaufzeit feststellen, nur weil die Animationen aus sind. Treffen Sie die Entscheidung also wegen der gefühlten Geschwindigkeit, nicht wegen der Akkulaufzeit.
Wann sich das Reduzieren lohnt
Auf einem älteren oder schwächeren Gerät lohnt sich die Umstellung fast immer. Wenn jede App etwas zäh öffnet und jeder Wechsel einen Moment dauert, holen kürzere Animationen spürbar Tempo heraus. Das gilt besonders für Nutzer, die ihr Smartphone nur leicht benutzen, also hauptsächlich Nachrichten lesen, telefonieren und im Internet surfen. Bei dieser Nutzung fällt der Verlust an optischer Flüssigkeit kaum ins Gewicht.
Auf einem aktuellen Oberklasse-Gerät ist der Unterschied dagegen klein. Die Hardware rechnet die Übergänge so schnell ab, dass eine Halbierung kaum auffällt. Wer die weichen Bewegungen mag, kann die Regler einfach auf 1 lassen. Wer empfindlich auf schnelle Bewegungen reagiert, findet in den Bedienungshilfen außerdem eine Option, Animationen zu entfernen, ohne die Entwickleroptionen zu öffnen.
So stellen Sie die Animationen um
Die Regler verstecken sich in den Entwickleroptionen. Um sie zu erreichen, öffnen Sie die Einstellungen, tippen unter „Über das Telefon" mehrfach auf die Build-Nummer, bis der Hinweis erscheint, dass die Entwickleroptionen freigeschaltet sind. Danach finden Sie unter „System" den Punkt „Entwickleroptionen". Je nach Hersteller kann der Weg leicht abweichen, bei Samsung, Xiaomi oder Huawei liegen die Menüs manchmal an anderer Stelle.
Suchen Sie dort nach „Fensteranimation", „Übergangsanimation" und „Animator-Dauer". Stellen Sie alle drei Werte auf einen niedrigeren Wert, um die Übergänge zu verkürzen, oder auf „Aus", um sie komplett zu deaktivieren. Die Einstellung wirkt sofort. Wenn Ihnen das Ergebnis nicht gefällt, setzen Sie die Werte einfach wieder auf 1 zurück. Ein Neustart ist nicht nötig.